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Alten Türdurchgang zumauern

Kurzbeschreibung

Einen alten Türdurchgang zu verschließen ist eine der häufigsten Mauerarbeiten bei Renovierungen. Viele glauben, man müsste einfach Steine übereinander stapeln bis die Öffnung zu ist. Das Ergebnis wäre eine instabile, rissanfällige Konstruktion die sich vom Altmauerwerk löst. Der Schlüssel liegt in der Verzahnung (mechanische Verbindung von neuem und altem Mauerwerk). Ohne Verzahnung ist die neue Wand nur eine lose Füllung die bei Belastung oder Erschütterung nachgibt. Bei der Verzahnung werden abwechselnd Steine des neuen Mauerwerks in das bestehende Mauerwerk eingebunden. Dazu musst du an den Rändern der Öffnung etwa alle 40-60cm (je nach Steingröße) einen Stein aus der Bestandswand entfernen und durch einen Stein der neuen Wand ersetzen. So greifen alte und neue Wand wie Zahnräder ineinander. Die Fugen zwischen altem und neuem Mauerwerk werden vollständig mit Mörtel ausgefüllt - keine Hohlräume dürfen bleiben. Ein weiterer kritischer Punkt ist die oberste Steinlage: Der Raum zwischen letzter Steinreihe und Sturz wird mit Mörtel oder Montageschaum ausgekeilt damit keine Bewegung möglich ist. Eine fachgerecht zugemauerte Türöffnung ist später vom Rest der Wand nicht zu unterscheiden. Die Arbeit dauert je nach Öffnungsgröße 4-6 Stunden reine Mauerzeit. Die Materialkosten liegen bei 50-100 Euro. Das Ergebnis ist eine massive, dauerhafte Wand die verputzt und gestrichen werden kann.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Entferne die alte Tür samt Zarge vollständig aus der Öffnung. Schraube die Zarge aus und hebel sie vorsichtig heraus. Reste von Schaum oder Mörtel müssen entfernt werden.

  2. 02

    Reinige die Leibung (seitliche Innenfläche der Maueröffnung) gründlich von losen Putzresten, altem Mörtel und Staub. Die Haftflächen müssen sauber und tragfähig sein.

  3. 03

    Prüfe welche Steine im Bestand vermauert sind und besorge möglichst identisches Material. Gleiche Steingröße und ähnliche Eigenschaften sind wichtig für eine homogene Wand.

  4. 04

    Plane die Verzahnung: Markiere an beiden Seiten der Öffnung alle 40-60cm einen Stein der entfernt werden muss. Diese Stellen werden später mit Steinen der neuen Wand aufgefüllt.

  5. 05

    Kratze an den markierten Stellen die Fugen mit dem Fugenkratzer aus und entferne die Steine vorsichtig mit Meißel und Hammer. Arbeite behutsam um die umgebenden Steine nicht zu lockern.

  6. 06

    Mische Mauermörtel an. Die Konsistenz sollte der des Bestandes entsprechen - bei alten Wänden oft etwas fester als bei modernem Mauerwerk.

  7. 07

    Beginne mit der ersten Steinlage unten. Setze die Steine auf ein Mörtelbett und verzahne jeden zweiten oder dritten Stein mit der Bestandswand indem du ihn in die vorbereiteten Aussparungen einsetzt.

  8. 08

    Richte jeden Stein mit Wasserwaage aus - sowohl horizontal als auch vertikal. Die neue Wand muss mit der alten fluchten (in einer Ebene liegen). Klopfe die Steine mit dem Gummihammer zurecht.

  9. 09

    Versetze die Steine im Mauerverband - jede Lage um etwa die Hälfte der Steinlänge versetzt zur vorherigen. So entstehen keine durchgehenden Stoßfugen (vertikale Fugen zwischen Steinen).

  10. 10

    Baue Anschlussbewehrung (Metallstreifen zur Verstärkung) zwischen alte und neue Wand ein. Die Bewehrung wird etwa alle 50cm horizontal im Mörtel verlegt und verbindet beide Wandteile zusätzlich.

  11. 11

    Fülle den Spalt zwischen oberster Steinlage und Sturz vollständig aus. Entweder mit einer zusätzlichen dünnen Steinlage oder mit Mörtel und Montageschaum. Kein Hohlraum darf bleiben.

  12. 12

    Lass die Wand mindestens 48 Stunden aushärten bevor du sie verputzt. Der Mörtel muss vollständig abgebunden haben damit beim Verputzen keine Risse entstehen.

Wichtige Hinweise

MATERIAL
Verwende möglichst die gleichen Steine wie im Bestand. Bei alten Häusern mit ungewöhnlichen Formaten kannst du die Steine beim Baustoffhändler nachfragen oder gebrauchte Steine besorgen.
QUALITÄT
Die Verzahnung ist das A und O. Ohne sie wird die zugemauerte Öffnung nie richtig stabil. Investiere die Zeit für saubere Aussparungen - das macht den Unterschied zwischen Pfusch und Handwerk.
WERKZEUG
Ein Fugenkratzer erleichtert das Entfernen der alten Fugen enorm. Die Investition von 10-15 Euro lohnt sich wenn du mehrere Steine herausnehmen musst.
PLANUNG
Fotografiere die Öffnung vor dem Zumauern und miss die Position von Steckdosen oder Leitungen die in der Wand liegen. So weißt du später wo du bohren kannst und wo nicht.
PROFI-TRICK
Feuchte die Leibung und die Anschlussstellen leicht an bevor du den ersten Mörtel aufträgst. Trockenes Mauerwerk saugt das Wasser aus dem Mörtel und die Haftung leidet.
VORBEREITUNG
Organisiere das Material bevor du mit dem Mauern beginnst. Steine, Mörtel und Werkzeug sollten griffbereit liegen. Das Anmischen des Mörtels in kleinen Portionen verhindert dass er zu früh anzieht.
SICHERHEIT
Trage beim Stemmen und Meißeln eine Schutzbrille. Steinsplitter können ins Auge fliegen. Auch Arbeitshandschuhe sind Pflicht - die scharfen Kanten der Steine verletzen schnell.
ZEITPLANUNG
Plane für eine Standard-Türöffnung (90x200cm) etwa 5-7 Stunden Arbeitszeit ein. Mit Vorbereitung, Mörtel anmischen und Pausen ist ein ganzer Arbeitstag realistisch.
WICHTIGE HINWEISE
Bei tragenden Wänden kann das Zumauern eines Durchgangs statische Auswirkungen haben. Im Zweifel einen Statiker fragen ob Bewehrung oder zusätzliche Maßnahmen nötig sind. Bei Außenwänden muss die Dämmung wiederhergestellt werden.

⚠ Warnungen

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