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Boden grundieren mit Tiefengrund

Kurzbeschreibung

Viele glauben Grundierung sei Geldschneiderei und man könne Spachtelmasse oder Kleber direkt auf den Estrich auftragen. Dieser Irrtum führt oft zu schlechter Haftung Blasenbildung oder zu schnellem Verbrennen (Wasserentzug) der Spachtelmasse. Der Estrich (die Zement-Bodenschicht) ist fast immer stark saugfähig. Tiefengrund (eine wässrige Grundierung die tief in poröse Untergründe eindringt) wirkt hier wie ein Durstlöscher: Er dringt tief ein verfestigt die Oberfläche und reduziert die Saugfähigkeit auf ein optimales Maß. Das Geheimnis einer perfekten Bodenvorbereitung ist dieser eine simple Anstrich. Er sorgt dafür dass die nachfolgende Ausgleichsmasse oder der Fliesenkleber gleichmäßig trocknet und eine bombenfeste Verbindung mit dem Untergrund eingeht. Ohne Grundierung zieht der Estrich dem Kleber oder der Spachtelmasse so schnell das Wasser dass diese nicht richtig aushärten können – es bilden sich Hohlräume Risse oder die Beschichtung löst sich. Tiefengrund kostet nur wenige Euro pro Quadratmeter sichert aber Materialien im Wert von hunderten Euro ab. Dieses Projekt zeigt dir wie du Tiefengrund richtig aufträgst welche Unterschiede es zwischen Tiefengrund und Haftgrund gibt und warum dieser Schritt niemals übersprungen werden darf. Du lernst den Saugfähigkeitstest die richtige Auftragstechnik und die Trocknungszeiten.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Sauge den Estrichboden extrem gründlich ab. Der Boden muss absolut staubfrei sein. Jedes Staubkorn wirkt wie ein Trennmittel und verhindert dass der Tiefengrund eindringen kann. Verwende einen Industriesauger und gehe mehrmals über die Fläche. Bei sehr staubigen Böden: Erst grob absaugen dann feucht wischen (aber trocknen lassen!) dann nochmal absaugen.

  2. 02

    Klebe Wände und Türrahmen im Sockelbereich sorgfältig mit Folie und Malerkrepp ab. Tiefengrund spritzt beim Auftragen und verursacht Flecken die sich nur schwer entfernen lassen. Besonders auf hellen Wänden oder Holztüren sind Spritzer später sichtbar. Plane hier 10-15 Minuten Abklebezeit ein.

  3. 03

    Trage Handschuhe und Atemschutz. Auch lösemittelfreier Tiefengrund kann beim Auftragen und Trocknen Dämpfe entwickeln. Eine FFP2-Maske reicht meist aus. Bei längerer Arbeit in geschlossenen Räumen ist gute Belüftung zusätzlich wichtig. Tiefengrund ist nicht giftig aber kann die Atemwege reizen.

  4. 04

    Fülle den Tiefengrund in einen Eimer. Verdünne ihn nur falls es der Hersteller explizit vorschreibt (meistens wird er unverdünnt verwendet). Rühre den Tiefengrund gut um falls sich am Boden etwas abgesetzt hat. Moderne Tiefengrundierungen sind meist gebrauchsfertig.

  5. 05

    Beginne in der Ecke die am weitesten von der Tür entfernt ist. So arbeitest du dich rückwärts zur Tür vor und musst nicht über die frisch grundierte Fläche laufen. Plane die Arbeitsrichtung vorher – einmal angefangen gibt es kein Zurück mehr!

  6. 06

    Trage den Tiefengrund mit einem Pinsel in den Ecken und an den Rändern auf. Diese Bereiche erreichst du mit der Rolle schlecht. Arbeite sorgfältig aber zügig – der Tiefengrund trocknet relativ schnell an der Oberfläche.

  7. 07

    Trage den Tiefengrund auf den großen Flächen satt mit einer Farbrolle (Langflor 12-18mm) und einer Verlängerungsstange auf. Arbeite im Stehen – das schont den Rücken. Rolle in kreuzenden Bahnen um eine gleichmäßige Benetzung zu erreichen. Die Rolle nimmt viel Tiefengrund auf und verteilt ihn schnell.

  8. 08

    Achte darauf den Boden gleichmäßig zu benetzen aber vermeide Pfützenbildung. Der Tiefengrund soll einziehen nicht auf der Oberfläche stehen bleiben. Bei sehr saugenden Böden zieht er innerhalb von Sekunden ein – dann kannst du großzügiger auftragen. Bei weniger saugenden Böden bleiben kleine Pfützen stehen – hier sparsamer arbeiten.

  9. 09

    Arbeite dich nass-in-nass rückwärts zur Tür vor damit du nicht über die frische Grundierung laufen musst. Plane deine Bahnen so dass du dich systematisch zurückziehst. Bei großen Räumen kann es sinnvoll sein zu zweit zu arbeiten – einer grundiert einer bereitet die nächste Fläche vor.

  10. 10

    Lasse den Tiefengrund vollständig trocknen. Beachte die Herstellerangaben (meist 4-12 Stunden je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit). Bei 20 Grad und normaler Luftfeuchte sind 6-8 Stunden realistisch. Nicht zu früh weitermachen – sonst haften die nachfolgenden Schichten schlecht!

  11. 11

    Prüfe die Trocknung: Der Boden sollte sich nicht mehr klebrig anfühlen und eine leicht seidig glänzende Oberfläche haben. Die Farbe des Estrichs wird durch den Tiefengrund meist etwas dunkler und gleichmäßiger. Wenn du mit der Hand darüber streichst sollte nichts mehr abfärben.

  12. 12

    Reinige die Werkzeuge sofort nach Gebrauch gründlich mit Wasser. Angetrockneter Tiefengrund lässt sich nur noch schwer entfernen. Rollen und Pinsel können meist wiederverwendet werden wenn sie sofort gereinigt werden. Bei längeren Pausen: Werkzeuge in Wasser einlegen.

Wichtige Hinweise

QUALITÄT
Spare nicht am falschen Ende. Eine Grundierung kostet nur wenige Euro pro Quadratmeter (etwa 0,50-1,50 Euro/m²) sichert aber die Haftung von Materialien (Kleber Spachtel Beschichtungen) im Wert von vielen hundert Euro. Ohne Grundierung riskierst du dass die gesamte Arbeit umsonst war weil sich die Beschichtung löst.
MATERIAL
Es gibt verschiedene Grundierungen für verschiedene Untergründe. Tiefengrund ist für stark saugende Böden (Estrich Putz Beton). Haftgrund ist für glatte nicht saugende Böden (zum Beispiel alte Fliesen Gussasphalt) um eine klebrige Brücke zu schaffen. Verwende niemals Haftgrund auf saugenden Böden – er kann nicht eindringen und bildet nur eine Schicht!
PROFITRICK
Mache einen Saugfähigkeitstest bevor du grundierst: Spritze etwas Wasser auf den Estrich. Zieht es sofort ein (innerhalb 1-2 Sekunden) und der Fleck wird dunkel ist der Boden stark saugend und MUSS grundiert werden. Perlt das Wasser ab oder zieht nur langsam ein ist der Boden nicht saugend (eventuell versiegelt) – hier brauchst du Haftgrund statt Tiefengrund.
WERKZEUG
Ein Drucksprüher (Gartenspritze mit Druckkammer) eignet sich hervorragend um Tiefengrund auf großen Flächen schnell und gleichmäßig zu verteilen. Nach dem Sprühen mit einem Besen oder breiten Quast nachverteilen um Pfützen zu vermeiden. Das spart Zeit bei Flächen über 20 m². Achtung: Sprüher danach sofort reinigen!
HÄUFIGER FEHLER
Sorge während der Verarbeitung und Trocknung für gute Belüftung auch wenn der Tiefengrund als lösemittelfrei deklariert ist. Öffne Fenster und Türen. Bei geschlossenen Räumen steigt die Luftfeuchtigkeit stark an und die Trocknung dauert viel länger. Im Sommer kann ein Ventilator helfen.
ZEITERSPARNIS
Grundiere den Boden idealerweise am Abend. Dann kann er über Nacht in Ruhe durchtrocknen (8-12 Stunden) und du kannst am nächsten Morgen mit dem Spachteln oder Verlegen beginnen. So verlierst du keine Arbeitszeit mit Warten.
SICHERHEIT
Tiefengrund-Spritzer auf Fenstern Fliesen oder Holz sofort mit einem nassen Tuch entfernen. Einmal getrocknet ist er fast unmöglich wieder zu lösen ohne die Oberfläche zu beschädigen. Halte immer einen Eimer mit Wasser und Lappen bereit um Spritzer sofort wegzuwischen.
PROFITRICK
Bei sehr stark saugenden Böden (zum Beispiel alter poröser Estrich) kann ein zweiter Anstrich Tiefengrund nötig sein. Wenn der erste Anstrich innerhalb von Sekunden komplett eingezogen ist und die Oberfläche danach immer noch staubt trage nach 4-6 Stunden einen zweiten Anstrich auf. Das kostet wenig aber erhöht die Haftung enorm!

⚠ Warnungen

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