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Fassade vor dem Streichen grundieren

Kurzbeschreibung

'Meine Fassadenfarbe ist so teuer, die hat die Grundierung schon drin!' – Falsch. Dieser Glaube ist der häufigste Grund für abblätternde Fassadenfarbe. Eine Fassade ist extremen Bedingungen ausgesetzt. Der Untergrund (Putz) ist oft unterschiedlich saugfähig, 'sandet' (gibt feine Körner ab) oder ist alt und porös. Das Geheimnis eines langlebigen Anstrichs ist die Grundierung. Sie ist das 'doppelseitige Klebeband' zwischen Wand und Farbe. Bei porösen, saugenden oder sandenden Untergründen verwendet man Tiefengrund (dünnflüssige Grundierung zur Verfestigung). Er dringt tief ein, verfestigt die Oberfläche und sorgt dafür, dass die Farbe gleichmäßig trocknet, statt 'aufzubrennen' (zu schnell einzuziehen). Bei glatten, nicht saugenden Untergründen (z.B. alter Lackanstrich) oder bei Reparaturstellen verwendet man einen Pigmentierten Haftgrund (Grundierung zur Haftvermittlung). Dieser ist dicker, enthält kleine Körner und stellt eine griffige Oberfläche her. Die Grundierung wird satt mit Quast oder Rolle aufgetragen und muss vollständig trocknen, bevor die Farbe kommt. Das Grundieren verdoppelt die Haltbarkeit des Endanstrichs.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Sicherheit: Leiter oder Gerüst sicher aufbauen. Fenster, Türen, Boden und Pflanzen sorgfältig mit Abdeckfolie und Malerkrepp schützen.

  2. 02

    Untergrund-Test (Saugfähigkeit): Spritze Wasser an die Fassade. Zieht es sofort ein und wird die Wand dunkel? → Stark saugend (Tiefengrund nötig). Perlt es ab? → Nicht saugend (Haftgrund nötig).

  3. 03

    Untergrund-Test (Sanden): Reibe mit der flachen Hand kräftig über den Putz. Bleibt ein feiner, mehliger Abrieb (Kreidung) an der Hand? → Sandend (Tiefengrund zwingend nötig).

  4. 04

    Reinigung: Die Fassade muss sauber, trocken und tragfähig sein. (Siehe Projekt 'Fassade reinigen').

  5. 05

    Grundierung wählen: Wähle Tiefengrund für sandende/saugende Putze. Wähle Haftgrund (pigmentiert) für glatte, dichte oder unterschiedlich gespachtelte Flächen.

  6. 06

    Material vorbereiten: Rühre die Grundierung (besonders Haftgrund) mit einem Rührstab gut auf.

  7. 07

    Grundierung auftragen (Tiefengrund): Trage Tiefengrund satt mit einem Quast oder einer Rolle auf. Arbeite von oben nach unten. Die Oberfläche sollte nass glänzen, aber es dürfen keine 'Tropfnasen' (Läufer) entstehen.

  8. 08

    Grundierung auftragen (Haftgrund): Trage Haftgrund wie eine Farbe deckend mit der Rolle auf. Er dient oft auch als erste 'weiße' Schicht.

  9. 09

    Trocknen lassen: Lasse die Grundierung vollständig nach Herstellerangabe durchtrocknen (meist 12-24 Stunden). Der Untergrund darf nicht mehr kleben.

  10. 10

    Endanstrich: Die Fassade ist nun optimal vorbereitet für den ersten Anstrich mit der Fassadenfarbe.

Wichtige Hinweise

MATERIAL
Bei kritischen, stark sandenden Untergründen (z.B. alter Putz) kann ein lösemittelhaltiger Tiefengrund (statt wasserbasiert) eine bessere Verfestigung bieten. (Achtung: starke Geruchsbelästigung!).
QUALITÄT
Spare nicht an der Grundierung. Eine billige Grundierung ist oft nur verdünntes Bindemittel. Hochwertiger Tiefengrund verfestigt den Untergrund messbar.
PROFI-TRICK
Pigmentierter Haftgrund (auch 'Putzgrund') ist ideal, wenn du von einer dunklen auf eine helle Farbe wechselst oder viele Spachtelstellen hast. Er schafft einen einheitlich weißen, gleichmäßig saugenden Untergrund und spart oft einen kompletten Anstrich mit der teuren Endfarbe.
VERARBEITUNG
Trage Tiefengrund 'nass in nass' auf, ohne Pausen in der Mitte der Wand, um Ansätze zu vermeiden. Arbeite zügig.
SICHERHEIT
Grundierungen, besonders lösemittelhaltige, können spritzen. Trage IMMER eine Schutzbrille, besonders bei Über-Kopf-Arbeiten.

⚠ Warnungen

Die Finger kribbeln und Ideen sprudeln Heimwerker Mythen DIY Trends Material Wissen