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Holzfenster abschleifen und neu lackieren

Kurzbeschreibung

Holzfenster sind schön, wohnlich und langlebig - vorausgesetzt, man pflegt sie. Doch nach Jahren verblasst der Lack, es bilden sich Risse, Feuchtigkeit dringt ein und das Holz quillt auf. Viele Hausbesitzer glauben, dass ein Neuanstrich nur alle 10 bis 15 Jahre nötig sei. Das stimmt für geschützte Fenster auf der Wetterabgewandten Seite. Fenster an der Südseite mit direkter UV-Einstrahlung oder der Wetterseite brauchen oft schon nach 5 bis 7 Jahren einen neuen Anstrich. Der häufigste Fehler: Einfach drüberlackieren ohne Vorbereitung. Das funktioniert nicht. Alter Lack, der blättert oder rissig ist, muss vollständig runter. Sonst platzt der neue Lack schon nach einem Winter wieder ab. Das Abschleifen ist die aufwendigste Phase dieses Projekts. Je nach Zustand muss bis aufs blanke Holz geschliffen werden oder es reicht ein Anschliff der alten Lackschicht. Entscheidend ist die Beurteilung des Ist-Zustands. Kleine Risse im Lack? Anschleifen reicht. Blätternder Lack oder Wasserschäden? Komplett abschleifen Pflicht. Die Arbeit erfolgt am besten bei ausgebautem Fenster. Flügel aushängen, alle Beschläge abmontieren, dann Schicht für Schicht schleifen - grob mit 80er Körnung beginnen, fein mit 180er abschließen. Nach dem Schleifen kommt die Grundierung - sie dichtet das Holz ab und verbessert die Lackhaftung. Dann folgen zwei bis drei dünne Lackschichten, besser als eine dicke. Jede Schicht muss komplett durchtrocknen und wird vor dem nächsten Auftrag leicht angeschliffen. Das Ergebnis: Ein Fenster, das aussieht wie neu und weitere Jahre trotzig Wind und Wetter widersteht.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Hänge den Fensterflügel aus. Arbeite am ausgebauten Fenster deutlich einfacher und gründlicher als am eingebauten.

  2. 02

    Demontiere alle Beschläge - Griffe, Scharniere, Schließbleche. Bewahre die Schrauben sortiert auf.

  3. 03

    Reinige das Fenster gründlich. Entferne Schmutz, Spinnweben und losen Lack mit Bürste und feuchtem Tuch.

  4. 04

    Beurteile den Zustand des alten Lacks. Bei Rissen und Abblätterungen muss komplett runter, bei intaktem Lack reicht Anschliff.

  5. 05

    Schleife den alten Lack ab. Beginne mit grober Körnung (80er), arbeite dich zu feiner Körnung (180er) vor. Ecken und Kanten von Hand schleifen.

  6. 06

    Entferne den Schleifstaub vollständig. Erst absaugen, dann mit feuchtem Tuch nachwischen - die Oberfläche muss staubfrei sein.

  7. 07

    Bessere Schadstellen mit Holzreparaturspachtel aus. Risse, kleine Löcher oder Dellen sauber verfüllen und nach Trocknung glatt schleifen.

  8. 08

    Trage die Holzgrundierung auf. Mit Pinsel in Ecken und Kanten arbeiten, große Flächen mit Rolle streichen. Dünn und gleichmäßig auftragen.

  9. 09

    Lasse die Grundierung komplett durchtrocknen - mindestens die vom Hersteller angegebene Zeit, besser länger.

  10. 10

    Schleife die Grundierung leicht an. Mit feinem Schleifpapier (180er oder 240er) für optimale Haftung der ersten Lackschicht.

  11. 11

    Trage die erste Schicht Wetterschutzfarbe oder Holzschutzlasur auf. Dünn auftragen ist besser als dick - sonst entstehen Nasen und Läufer.

  12. 12

    Lasse die erste Lackschicht vollständig trocknen. Arbeite nach Herstellerangabe, meist 12-24 Stunden bei gutem Wetter.

  13. 13

    Führe einen Zwischenschliff durch. Mit sehr feinem Schleifpapier (240er) die Oberfläche glätten für perfekte zweite Schicht.

  14. 14

    Trage die zweite Lackschicht auf. Wieder dünn und gleichmäßig, keine Stellen auslassen, auf sauberen Pinselstrich achten.

  15. 15

    Optional: Trage eine dritte Schicht auf. Bei stark beanspruchten Fenstern (Wetterseite) empfohlen für maximalen Schutz.

  16. 16

    Lasse den Lack vollständig aushärten. Mindestens 48 Stunden warten bevor Beschläge montiert und Fenster eingehängt werden.

Wichtige Hinweise

SICHERHEIT
Trage beim Schleifen alter Lacke unbedingt Atemschutzmaske FFP2. Alter Lack kann gesundheitsschädliche Stoffe enthalten.
QUALITÄT
Arbeite bei trockenem Wetter und Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad. Zu kalt oder zu feucht - Lack trocknet nicht richtig.
WERKZEUG
Ein Exzenterschleifer für 50 Euro spart Stunden Arbeit gegenüber Handschliff. Für Ecken trotzdem Handarbeit nötig.
MATERIAL
Verwende Wetterschutzfarbe mit UV-Filter. Sie kostet etwas mehr, hält aber deutlich länger als einfache Holzfarbe.
VORBEREITUNG
Lege den Arbeitsbereich großzügig mit Folie aus. Lackspritzer und Schleifstaub verteilen sich weiter als man denkt.
TIPP
Arbeite in horizontaler Position. Fenster auf Böcke legen - so entstehen keine Lacknasen durch herablaufende Farbe.
PROFI-TRICK
Streiche zuerst alle Kanten und Ecken mit Pinsel, dann die Flächen mit Rolle. So werden alle Stellen erreicht ohne Überlappungen.
ZEITPLANUNG
Plane 2-3 Tage ein. Tag 1: Schleifen und Grundieren, Tag 2: Erste Lackschicht, Tag 3: Zweite Schicht und Aushärten lassen.
TYPISCHER FEHLER
Zu dicke Lackschichten auftragen. Das führt zu Blasen, Nasen und langer Trocknungszeit. Lieber drei dünne als eine dicke Schicht.

⚠ Warnungen

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