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Nicht-tragende Wand sicher einreißen

Kurzbeschreibung

Eine nicht-tragende Innenwand zu entfernen schafft Platz, verbindet Räume und macht Wohnungen offener und moderner. Anders als tragende Wände, die das Gebäude stützen, haben nicht-tragende Wände nur raumtrennende Funktion – ihr Rückbau gefährdet die Statik nicht. Dennoch ist diese Arbeit kein Kinderspiel: Die Wand ist schwer (2-4 Tonnen bei einer typischen Raumtrennwand), erzeugt enormen Staub und Schutt, und birgt Gefahren durch Strom- und Wasserleitungen. Bevor du überhaupt den ersten Schlag tust, musst du absolut sicher sein, dass die Wand wirklich nicht-tragend ist – ein Fehler kann katastrophale Folgen haben. Die Unterscheidung ist für Laien schwierig, aber mit den richtigen Hinweisen möglich: Lage der Wand, Wandstärke, Baujahr und Konstruktion geben wichtige Indizien. Nach der Sicherheitsklärung läuft der Rückbau in mehreren Phasen: Installationen stilllegen, Oberflächen entfernen, Mauerwerk abbrechen, Schutt entsorgen, Anschlussflächen reparieren. Der entstehende Schutt ist massiv – bei einer 3 Meter langen Wand kommen schnell 1-2 Kubikmeter zusammen. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie du eine nicht-tragende Wand sicher identifizierst, fachgerecht abreißt und die Anschlussstellen professionell verschließt.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Prüfe zunächst zweifelsfrei, ob die Wand wirklich nicht-tragend ist! Hinweise: Nicht-tragende Wände verlaufen meist parallel zu tragenden Wänden, sind dünner (unter 17,5 cm bei Mauerwerk), und stehen oft mittig im Raum ohne Verbindung zur Fassade. Im Zweifel: Baustatiker oder Architekten beauftragen – die Prüfung kostet 150-300 Euro, ein Einsturz kostet Menschenleben.

  2. 02

    Hole die nötigen Genehmigungen ein. In Mietwohnungen brauchst du die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Bei Eigentumswohnungen kann eine Baugenehmigung erforderlich sein – frage beim Bauamt nach. Diese Klärung MUSS vor Beginn der Arbeit erfolgen!

  3. 03

    Lokalisiere alle Strom- und Wasserleitungen in der Wand. Nutze ein Multimeter oder Leitungssuchgerät, um Stromkabel zu finden. Wasserleitungen erkennst du oft an Anschlüssen in angrenzenden Räumen. Schalte die Sicherungen für alle betroffenen Bereiche aus und sichere sie gegen Wiedereinschalten.

  4. 04

    Lass Elektro- und Sanitärinstallationen von Fachleuten stilllegen. Stromleitungen müssen fachgerecht abgeklemmt und gesichert werden, Wasserrohre müssen verschlossen oder umverlegt werden. Diese Arbeiten darfst du nicht selbst durchführen – sie erfordern einen Elektriker bzw. Installateur.

  5. 05

    Bereite den Raum vor: Räume alle Möbel aus beiden angrenzenden Räumen. Baue Staubschutzwände zu allen anderen Bereichen der Wohnung auf. Der entstehende Staub ist extrem – ohne Staubschutz ist die gesamte Wohnung wochenlang eingestaubt. Lege Laufwege mit stabiler Pappe oder alten Teppichen aus.

  6. 06

    Entferne zunächst die Wandoberflächen: Putz, Tapeten oder Gipskartonplatten. Bei verputzten Wänden schlägst du den Putz mit Hammer und Meißel ab. Bei Trockenbauwänden schraubst du die Gipskartonplatten ab. So siehst du das darunterliegende Mauerwerk oder Ständerwerk und erkennst eventuelle Überraschungen (zusätzliche Leitungen, tragende Balken).

  7. 07

    Beginne mit dem Abbruch von oben nach unten. Setze den Bohrhammer mit Meißelaufsatz an der Decke an und arbeite dich reihenweise nach unten vor. Bei Trockenbauwänden säge das Holz- oder Metallständerwerk mit der Säbelsäge in handliche Stücke. Arbeite systematisch, nicht chaotisch – so behältst du den Überblick und vermeidest unkontrollierte Einstürze.

  8. 08

    Entsorge den Schutt sofort in Big Bags oder Container. Lass ihn nicht im Raum liegen – er behindert die Arbeit und ist gefährlich. Schwere Steine und Balken solltest du direkt aus dem Fenster in einen Container werfen (wenn möglich), statt sie durch die Wohnung zu tragen.

  9. 09

    Säubere die Anschlussflächen gründlich: Entferne alle Mörtelreste, losen Putz und Schutt von Boden, Decke und angrenzenden Wänden. Die Flächen müssen sauber und eben sein, bevor du sie verschließen kannst.

  10. 10

    Verschließe die entstandenen Öffnungen fachgerecht: Löcher in Boden und Decke füllst du mit Mörtel oder Beton auf, Wandanschlüsse verputzt du neu. Größere Öffnungen in der Decke erfordern eventuell einen Trockenbau-Verschluss oder eine Betonergänzung – hole dir hier professionelle Hilfe, wenn nötig.

Wichtige Hinweise

WICHTIG
Konsultiere IMMER einen Statiker oder Architekten, wenn du auch nur den geringsten Zweifel hast, ob die Wand tragend ist! Die Kosten (150-300 Euro) sind lächerlich im Vergleich zu den Folgen eines Einsturzes.
ORGANISATION
Plane mindestens 3-5 Tage für eine typische Raumtrennwand ein: 1 Tag Vorbereitung, 1-2 Tage Abbruch, 1 Tag Entsorgung und Reinigung, 1 Tag Anschlussstellen verschließen. Unterschätze den Aufwand nicht!
AUSRÜSTUNG
Miete einen 3-5 Kubikmeter Bauschuttcontainer (120-200 Euro) und stelle ihn direkt unter ein Fenster. So kannst du schwere Steine direkt aus dem Fenster werfen, statt sie durch die Wohnung zu schleppen – spart enorm Zeit und Kraft.
TECHNIK
Arbeite bei gemauerten Wänden immer von oben nach unten, nie umgekehrt! Wenn du unten anfängst, kann dir die obere Hälfte unkontrolliert auf den Kopf fallen. Sichere den oberen Teil immer, bevor du den unteren entfernst.
PRAXIS
Fotografiere die Wand vorher von allen Seiten und aus mehreren Blickwinkeln. Diese Fotos sind später hilfreich für Versicherungen, Vermieter oder wenn du die Anschlüsse wieder herstellen musst.
EFFIZIENZ
Bei Trockenbauwänden: Schraube die Gipskartonplatten ab, statt sie zu zerschlagen. Ganze Platten lassen sich leichter entsorgen als tausend Splitter, und du vermeidest unnötigen Staub.
KOSTEN
Kalkuliere 500-1500 Euro für den kompletten Rückbau inklusive Entsorgung, Handwerker (Elektriker/Sanitär), Container und Materialien zum Verschließen der Anschlussflächen. Eigenleistung spart etwa 50% der Kosten.
RECHTLICHES
Der Abriss nicht-tragender Wände ist in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei, ABER: In Mietwohnungen brauchst du Zustimmung des Vermieters, bei Eigentumswohnungen kann eine Baugenehmigung nötig sein. Prüfe das VOR Beginn der Arbeiten!
MATERIAL
Bewahre einige ganze Steine oder Mauerwerksreste auf, falls du später Löcher in angrenzenden Wänden verschließen musst. Passendes Material nachzukaufen ist schwierig – alte Ziegelformate gibt es oft nicht mehr.
PROFI-TIPP
Wenn die Wand Leitungen enthält, die du brauchst (z.B. Strom zur anderen Raumseite): Verlege VORHER neue Leitungen außen auf der Wand oder in Kabelkanälen. Nachträglich in den Bestandswänden zu fräsen ist deutlich aufwendiger.

⚠ Warnungen

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