Oberfläche flammen (Karbonisieren)
Kurzbeschreibung
Eine tiefschwarze, seidig schimmernde Holzoberfläche mit einer einzigartigen, fast reptilienartigen Textur – das ist das Ergebnis von Shou Sugi Ban, einer alten japanischen Holzveredelungstechnik. Statt Farbe oder Beize wird hier Feuer verwendet, um die Oberfläche des Holzes gezielt zu verkohlen. Viele Heimwerker haben großen Respekt vor dem kontrollierten Umgang mit Feuer. Doch mit der nötigen Vorsicht und der richtigen Technik ist das Flammen von Holz eine faszinierende Methode, um Holz nicht nur optisch einzigartig zu gestalten, sondern es auch extrem langlebig und widerstandsfähig gegen Witterung, Schädlinge und Feuer zu machen. Das Geheimnis liegt darin, die oberste Holzschicht gleichmäßig zu karbonisieren, ohne das Holz durchzubrennen. Dieses Projekt führt dich in die Kunst des 'Holzbrennens' ein. Du lernst, wie du mit einem Gasbrenner eine gleichmäßige Kohleschicht erzeugst, diese abbürstest und die finale Oberfläche mit Öl versiegelst.
Werkzeuge
- Gasbrenner (Lötlampe) ⚠
- Drahtbürste Amazon · OBI · Bauhaus
- Feuerzeug ⚠
- Bürste Amazon
- Sprühflasche Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom · Globus · Hagebau
Materialien
Projektschritte
- 01
SICHERHEIT ZUERST: Arbeite ausschließlich im Freien auf einem nicht brennbaren Untergrund (z.B. Pflaster, Kies). Halte einen Eimer Wasser und einen Feuerlöscher griffbereit. Trage Kleidung aus Baumwolle, keine Kunstfasern.
- 02
Wähle geeignetes, unbehandeltes Holz. Besonders Nadelhölzer mit einer ausgeprägten Maserung (Früh- und Spätholz) erzeugen einen schönen Effekt.
- 03
Zünde den Gasbrenner und stelle eine mittlere, weiche Flamme ein.
- 04
Beflamme das Holzbrett in langen, gleichmäßigen Zügen in Faserrichtung. Halte die Flamme konstant in Bewegung und halte einen Abstand von ca. 10-20 cm.
- 05
Fahre so lange über das Holz, bis die Oberfläche beginnt, sich schwarz zu färben und eine rissige, an Krokodilhaut erinnernde Struktur entsteht. Das weichere Frühholz verbrennt dabei schneller als das härtere Spätholz.
- 06
Lösche eventuell entstehende Glutnester sofort mit etwas Wasser aus einer Sprühflasche.
- 07
Lasse das verkohlte Holz vollständig abkühlen.
- 08
Bürste die lose Ruß- und Ascheschicht mit einer groben Drahtbürste in Faserrichtung ab. Die härtere, dunkle Maserung des Spätholzes bleibt dabei stehen.
- 09
Reinige die Oberfläche anschließend mit Wasser und einer weichen Bürste von feinem Staub.
- 10
Lasse das Holz komplett trocknen.
- 11
Trage zum Schluss ein hochwertiges Holzöl auf, um die schwarze Farbe zu 'fixieren', die Struktur zu betonen und dem Holz einen seidigen Glanz zu verleihen.
Wichtige Hinweise
- QUALITÄT
- Die Gleichmäßigkeit des Abflammens ist entscheidend für ein homogenes Ergebnis. Führe den Brenner mit ruhiger Hand und in gleichbleibender Geschwindigkeit. Übe zuerst an einem Reststück.
- TIPP
- Je nachdem, wie stark du die Kohleschicht abbürstest, erzielst du unterschiedliche Effekte – von tiefschwarz und glatt bis hin zu einer stark strukturierten, fast dreidimensionalen Oberfläche.
- PFLEGE
- Eine geflammte und geölte Holzoberfläche ist sehr robust. Im Außenbereich sollte die Ölung alle paar Jahre aufgefrischt werden, um den Schutz und die tiefe Farbe zu erhalten.
- VERARBEITUNG
- Der Brenner wird zu lange auf eine Stelle gehalten. Das Holz verkohlt dann nicht nur an der Oberfläche, sondern brennt tief ein oder fängt Feuer. Bleibe immer in Bewegung.
- OBERFLÄCHE
- Das Holz wird nach dem Bürsten nicht geölt. Ohne die schützende Ölschicht ist die Kohleschicht spröde, färbt bei Berührung stark ab (Ruß) und ist nicht witterungsbeständig.
⚠ Warnungen
- BRAND
Du arbeitest mit offenem Feuer! Arbeite niemals bei starkem Wind. Lasse das abgekühlte Holz nie unbeaufsichtigt, es könnten sich unbemerkte Glutnester im Inneren befinden.
- GESUNDHEIT
Verwende für diese Technik niemals druckimprägniertes Holz oder lackierte/behandelte Althölzer. Beim Verbrennen der Chemikalien können hochgiftige Dämpfe entstehen.
- GESUNDHEIT
Trage immer eine Schutzbrille und hitzebeständige Handschuhe.