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Oberputz filzen oder glätten

Kurzbeschreibung

Die Oberflächenbearbeitung des Oberputzes entscheidet über das finale Erscheinungsbild der Wand - und über den Aufwand beim späteren Streichen. Viele Heimwerker lassen den Putz einfach trocknen wie er ist und wundern sich über ein grobes, ungleichmäßiges Ergebnis. Dabei braucht es nur zwei Techniken um eine perfekte Oberfläche zu schaffen: Filzen oder Glätten. Gefilzter Putz (mit Filzbrett in kreisenden Bewegungen bearbeitet) hat eine feine, gleichmäßig strukturierte Oberfläche die Unebenheiten verzeiht und Licht schön reflektiert. Er ist die klassische Oberfläche für Wohnräume. Geglätteter Putz (mit Glättkelle und Wasser verdichtet) wird nahezu spiegelglatt und braucht kaum noch Farbe - ideal für moderne Optik. Der Zeitpunkt ist entscheidend: Der Putz muss angezogen aber noch feucht sein. Zu früh und er schmiert, zu spät und er lässt sich nicht mehr bearbeiten. Das Zeitfenster liegt zwischen 2-6 Stunden nach dem Auftrag je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Putzsorte. Beim Filzen wird das Filzbrett (Kunststoff- oder Filzplatte zum Strukturieren) in kreisenden Bewegungen über die Fläche geführt - mit mittlerem Druck, nicht zu fest, nicht zu locker. Die entstehende Struktur ist feinkornig und gleichmäßig. Beim Glätten wird die Glättkelle mehrfach mit Wasser angefeuchtet über die Fläche gezogen - jeder Durchgang verdichtet die Oberfläche mehr. Nach 3-4 Durchgängen entsteht eine glatte, geschlossene Oberfläche. Eine 20 Quadratmeter Wand ist in 2-3 Stunden fertig bearbeitet.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Prüfe den Zustand des Oberputzes: Er muss fest genug sein dass er nicht mehr schmiert aber noch feucht genug dass er sich bearbeiten lässt. Drücke leicht mit dem Finger - es darf keine Delle zurückbleiben aber der Putz soll sich noch kühl anfühlen.

  2. 02

    Entscheide dich für eine Technik: Filzen für eine fein strukturierte Oberfläche oder Glätten für eine glatte Oberfläche. Beide Techniken können nicht kombiniert werden - einmal anfangen und durchziehen.

  3. 03

    Technik Filzen - Vorbereitung: Feuchte das Filzbrett leicht mit Wasser an. Es sollte feucht aber nicht nass sein. Halte einen Eimer Wasser und einen Schwamm bereit.

  4. 04

    Technik Filzen - Durchführung: Führe das Filzbrett in gleichmäßigen kreisenden Bewegungen über die Putzfläche. Arbeite mit mittlerem Druck - zu fest zerstört die Struktur, zu locker bewirkt nichts. Überlappende Kreise bilden.

  5. 05

    Technik Filzen - Gleichmäßigkeit: Arbeite systematisch von einer Ecke zur anderen. Überarbeite keine Stellen mehrfach - das führt zu unterschiedlicher Körnung. Ein Durchgang genügt wenn der Putz die richtige Konsistenz hat.

  6. 06

    Technik Glätten - Vorbereitung: Feuchte die Glättkelle mit Wasser an und halte eine Sprühflasche bereit. Bei zu trockenem Putz die Fläche leicht ansprühen - aber nicht durchnässen.

  7. 07

    Technik Glätten - Erster Durchgang: Ziehe die angefeuchtete Glättkelle in langen gleichmäßigen Bahnen über die Fläche. Der Putz beginnt sich zu verdichten und wird glatter. Spüle die Kelle nach jeder Bahn ab.

  8. 08

    Technik Glätten - Zweiter Durchgang: Warte 15-30 Minuten und glätte erneut. Mit jedem Durchgang wird die Oberfläche glatter und geschlossener. Die Kelle muss jedes Mal neu angefeuchtet werden.

  9. 09

    Technik Glätten - Dritter und vierter Durchgang: Wiederhole das Glätten bis die gewünschte Glätte erreicht ist. Je öfter du glättest desto glatter wird die Oberfläche - aber übertreibe nicht, ab 4-5 Durchgängen bringt es nichts mehr.

  10. 10

    Kanten und Ecken: Bearbeite Kanten und Ecken besonders sorgfältig. Hier sammelt sich oft mehr Material und die Oberfläche ist ungleichmäßiger. Mit der Kante der Glättkelle oder einem kleinen Filzbrett in die Ecken gelangen.

  11. 11

    Nachkontrolle: Prüfe die Fläche aus verschiedenen Blickwinkeln im Streiflicht (flach einfallendes Licht das Unebenheiten zeigt). Ungleichmäßige Stellen können nach dem Anziehen nochmals leicht überarbeitet werden.

  12. 12

    Trocknung: Lass die bearbeitete Fläche mindestens 7 Tage durchtrocknen bevor du streichst oder tapezierst. Schütze sie vor Zugluft und direkter Sonneneinstrahlung - beides führt zu Spannungsrissen.

Wichtige Hinweise

MATERIAL
Ein Kunststoff-Filzbrett ist für Anfänger besser geeignet als ein Filzbrett mit echtem Filz. Es ist leichter zu reinigen und verzeiht kleine Fehler besser.
QUALITÄT
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Teste an einer unauffälligen Stelle ob der Putz die richtige Konsistenz hat. Lieber 30 Minuten warten als zu früh anfangen.
WERKZEUG
Halte immer einen Eimer mit sauberem Wasser bereit. Das Werkzeug muss regelmäßig gespült werden sonst verteilst du angetrockneten Putz auf der Fläche.
PLANUNG
Bei großen Flächen arbeite in Abschnitten von 4-6 Quadratmeter. So kannst du jeden Abschnitt im optimalen Zeitfenster bearbeiten ohne dass einzelne Bereiche zu früh oder zu spät dran sind.
PROFI-TRICK
Bei sehr gleichmäßiger Beleuchtung (Deckenstrahler) sieht man jede Unebenheit. Arbeite deshalb bei normalem Raumlicht oder Tageslicht - so wie die Wand später auch beleuchtet wird.
VORBEREITUNG
Übe die Technik an einem Stück Rigipsplatte oder einem versteckten Wandbereich. Nach 15 Minuten Übung hast du das Gefühl für Druck und Bewegung.
SICHERHEIT
Trage beim Filzen und Glätten Handschuhe. Der ständige Kontakt mit feuchtem Putz kann die Haut austrocknen und reizen.
ZEITPLANUNG
Für eine 20 Quadratmeter Wand plane etwa 2-3 Stunden für das Filzen oder 3-4 Stunden für mehrmaliges Glätten ein. Mit Pausen und Nacharbeit ein halber Arbeitstag.
WICHTIGE HINWEISE
Gefilzte Oberflächen brauchen mehr Farbe beim Streichen als geglättete - die Struktur nimmt mehr Material auf. Rechne mit etwa 20-30 Prozent mehr Farbverbrauch bei gefilzten Flächen.
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