Randabschalung für eine Bodenplatte erstellen
Kurzbeschreibung
Viele Heimwerker glauben, dass eine Randabschalung für eine Bodenplatte ähnlich konstruiert wird wie eine Schalung für ein Streifenfundament. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Eine Bodenplatte (durchgehende Betonplatte als Fundament) erzeugt durch ihre große Fläche und das hohe Betonvolumen deutlich mehr Druck auf die Schalungskanten als ein schmales Streifenfundament. Während bei einem Streifenfundament meist 25 mm starke Bretter ausreichen, muss die Randabschalung für eine Bodenplatte aus mindestens 40-50 mm starken Bohlen bestehen. Der Frischbetondruck kann bei einer 20 cm dicken Platte bis zu 60 kN pro Quadratmeter betragen. Das entspricht etwa 6 Tonnen Gewicht auf einem Quadratmeter Schalungsfläche. Wer hier mit zu schwachem Material arbeitet, erlebt beim Betonieren, dass die Schalung ausbeult oder im schlimmsten Fall nachgibt. Dann läuft der Beton seitlich aus, die Plattendicke stimmt nicht mehr und das gesamte Fundament wird unbrauchbar. Die Randabschalung muss absolut gerade, lotrecht und auf exakt gleicher Höhe montiert sein, da die Oberfläche der Bodenplatte später als Referenz für alle weiteren Arbeiten dient. Diese Anleitung zeigt dir, wie du eine stabile Randabschalung baust, die auch größeren Betonmengen standhält und dir eine perfekte Bodenplatte ermöglicht.
Werkzeuge
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- Handkreissäge Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom
- Hammer Amazon
- Wasserwaage Amazon
- Zollstock Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom · Globus
- Spaten Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom
- Schaufel Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom · Globus · Hagebau
- Maurerschnur Amazon · OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom · Globus
Materialien
- Schalungsbretter 40-50mm ⚠
- Kanthölzer 70x70mm Hornbach · Toom
- Universalschrauben OBI · Bauhaus · Hornbach · Toom · Globus · Hagebau
- Schalungsöl ⚠
- Abstandhalter ⚠
- Holzpflöcke Amazon · OBI · Hornbach
Projektschritte
- 01
Markiere die Außenkanten der Bodenplatte mit Richtschnur und Holzpfählen. Miss alle Diagonalen, um rechte Winkel zu prüfen. Bei einem Rechteck müssen beide Diagonalen exakt gleich lang sein.
- 02
Hebe den Baugrubenboden aus, falls noch nicht geschehen. Die Tiefe richtet sich nach der Frosttiefe (Tiefe bis zu der der Boden gefrieren kann) deiner Region, meist 80 cm, plus Plattendicke plus Dämmschichtdicke.
- 03
Verdichte den Baugrund mit einer Rüttelplatte und bringe eine 10-15 cm dicke Sauberkeitsschicht (Schicht aus verdichtetem Schotter) als ebene Arbeitsfläche ein.
- 04
Schneide die Schalungsbretter mit der Handkreissäge auf Länge. Für eine Bodenplatte von 20 cm Dicke benötigst du Bretter mit mindestens 25 cm Höhe, besser 30 cm.
- 05
Montiere die erste Schalungsseite: Schraube die 40-50 mm starken Bretter von außen an die Kanthölzer (70x70 mm). Die Kanthölzer sollten alle 60-80 cm stehen, da der Druck auf die Schalung hier größer ist als bei Streifenfundamenten.
- 06
Stelle die erste Schalungsseite auf und richte sie mit der Laser-Wasserwaage auf die exakte Höhe aus. Markiere diese Höhe an mehreren Stellen, damit alle vier Seiten später auf gleichem Niveau sind.
- 07
Fixiere die erste Seite provisorisch mit schräg eingeschlagenen Holzpfählen. Die Pfähle müssen tief genug im Boden stecken, um der Kraft des Betons standzuhalten.
- 08
Baue die weiteren drei Schalungsseiten nach dem gleichen Prinzip. Achte peinlich genau auf gleiche Höhe aller Kanten. Eine Abweichung von mehr als 5 mm ist nicht akzeptabel.
- 09
Verstärke die Randabschalung von außen zusätzlich mit schräg eingeschlagenen Holzpfählen alle 60 cm. Bei größeren Platten kannst du die Schalung zusätzlich mit waagerechten Querverstrebungen sichern.
- 10
Prüfe nochmals alle Maße, rechten Winkel und die exakte Höhe der Schalungsoberkanten. Nutze dafür die Laser-Wasserwaage oder eine lange Richtlatte mit normaler Wasserwaage.
- 11
Streiche die Innenseiten der Schalung mit Schalungsöl ein. Das erleichtert das spätere Abschalen (Entfernen der Schalung) und verhindert, dass Holz am Beton haftet.
- 12
Kontrolliere die Stabilität der gesamten Randabschalung durch kräftiges Drücken von innen. Sie darf nicht nachgeben. Verstärke kritische Stellen zusätzlich, denn eine nachgebende Schalung bedeutet das Ende des Projekts.
Wichtige Hinweise
- MATERIAL
- Verwende für Bodenplatten grundsätzlich Bretter mit mindestens 40 mm Stärke. 25 mm Bretter wie bei Streifenfundamenten reichen hier nicht aus und werden sich verbiegen.
- QUALITÄT
- Eine Laser-Wasserwaage ist für Bodenplatten fast unverzichtbar. Die exakte Höhenausrichtung aller vier Seiten ist kritisch für ein gutes Ergebnis.
- WERKZEUG
- Verstärke die Ecken der Randabschalung besonders gut. Hier wirken die größten Kräfte, und ein Nachgeben der Ecken gefährdet die gesamte Konstruktion.
- TIPP
- Baue die Randabschalung mindestens einen Tag vor dem Betonieren auf. So kannst du in Ruhe nochmals alles kontrollieren und eventuell nachbessern.
- PROFI-TRICK
- Markiere die Sollhöhe der Platte mit einem Bleistiftstrich auf der Innenseite der Schalung. Beim Betonieren siehst du so sofort, wann die richtige Füllhöhe erreicht ist.
- SICHERHEIT
- Trage beim Sägen und Bohren Schutzbrille und Gehörschutz. Holzspäne und Lärm sind Gesundheitsrisiken, die man ernst nehmen sollte.
- ZEITPLANUNG
- Plane für eine 5x5 Meter Bodenplatte etwa 6-8 Stunden für den Bau der Randabschalung ein. Sorgfalt ist hier wichtiger als Tempo.
- PFLEGE
- Gereinigtes Schalholz kann mehrfach verwendet werden. Entferne nach dem Abschalen alle Betonreste und lagere die Bretter trocken und geschützt.
- WICHTIGE HINWEISE
- Randabschalungen für Bodenplatten müssen den Anforderungen der DIN 18218 entsprechen und dem Frischbetondruck standhalten können. Bei größeren Platten oder unsicherer Statik sollte ein Fachplaner die Schalungskonstruktion prüfen. Der Frischbetondruck kann bei 20 cm Plattenstärke bis zu 60 kN pro Quadratmeter betragen.
⚠ Warnungen
- GESUNDHEIT
Frischer Beton ist stark alkalisch und kann Haut und Augen verätzen! Trage beim späteren Betonieren immer Handschuhe, lange Kleidung und eine Schutzbrille. Bei Hautkontakt sofort mit viel Wasser abspülen.