Satellitenschüssel ausrichten
Kurzbeschreibung
Pixeliger Empfang, schwarzer Bildschirm oder die Meldung 'Kein Signal' – eine verstellte Satellitenschüssel ist ein häufiges Problem, besonders nach einem Sturm. Viele rufen nun sofort den teuren Techniker, aus Angst vor der komplexen Ausrichtung auf einen unsichtbaren Punkt im Weltall. Doch mit etwas Geduld, den richtigen Daten und einem simplen Messgerät ist die Feinjustierung einer Satellitenschüssel eine machbare Aufgabe. Das Geheimnis liegt im systematischen, langsamen 'Abtasten' des Himmels in zwei Achsen: dem Azimut (horizontale Ausrichtung) und der Elevation (vertikale Neigung). Dieses Projekt zeigt dir, wie du die korrekten Einstellwerte für deinen Standort findest und die Schüssel mit Hilfe eines einfachen SAT-Finders millimetergenau auf den gewünschten Satelliten ausrichtest. So holst du dir dein gestochen scharfes Fernsehbild zurück.
Werkzeuge
Materialien
- Koaxialkabel (kurzes Stück zum Verbinden) ⚠
Projektschritte
- 01
Ermittle die benötigten Einstellwerte (Azimut und Elevation) für deinen exakten Standort und den gewünschten Satelliten (in Deutschland meist Astra 19.2° Ost). Zahlreiche Webseiten und Apps bieten hierfür exakte Berechnungen.
- 02
Stelle sicher, dass die Schüssel freie 'Sicht' nach Süden hat. Bäume, Häuser oder andere Hindernisse dürfen die Verbindung zum Satelliten nicht stören.
- 03
Montiere den Mast, an dem die Schüssel befestigt ist, absolut senkrecht. Überprüfe dies mit der Wasserwaage. Ein schiefer Mast macht eine exakte Ausrichtung unmöglich.
- 04
Stelle die Elevation (den vertikalen Neigungswinkel) an der Skala der Schüssel-Halterung grob auf den berechneten Wert ein.
- 05
Richte die Schüssel mit einem Kompass grob nach der berechneten Azimut-Richtung aus (z.B. 173° für Astra in Berlin).
- 06
Schließe den SAT-Finder an: Verbinde das LNB der Schüssel mit dem 'TO LNB'-Anschluss des Finders und den 'TO REC'-Anschluss mit dem Kabel, das zum Receiver führt. Der SAT-Finder wird nun vom Receiver mit Strom versorgt.
- 07
Drehe den Empfindlichkeitsregler am SAT-Finder auf, bis die Nadel ausschlägt und ein hoher Ton zu hören ist.
- 08
Bewege die Schüssel nun millimeterweise horizontal (nach links und rechts) um die grob eingestellte Azimut-Position. Beobachte dabei den SAT-Finder. Wenn der Ausschlag der Nadel und der Ton lauter werden, näherst du dich dem Satelliten.
- 09
Fixiere die horizontale Position leicht, wenn du den stärksten Ausschlag gefunden hast.
- 10
Verändere nun ebenso langsam die vertikale Neigung (Elevation) um wenige Millimeter nach oben und unten, bis du das absolute Signalmaximum erreichst. Reduziere bei Bedarf die Empfindlichkeit am Finder, um den Peak genauer zu finden.
- 11
Ziehe alle Befestigungsschrauben der Schüssel fest, ohne ihre Position zu verändern. Überprüfe dabei weiterhin das Signal. Führe am Receiver einen Sendersuchlauf durch.
Wichtige Hinweise
- SICHERHEIT
- Arbeite bei der Montage und Ausrichtung auf dem Dach oder an der Fassade niemals ohne Absturzsicherung und niemals allein. Bei Gewittergefahr sind Arbeiten an der Antenne tabu.
- QUALITÄT
- Geduld ist der Schlüssel. Die Satellitenposition am Himmel ist nur ein winziger Punkt. Millimeter-Bewegungen an der Schüssel entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Arbeite langsam und systematisch.
- TIPP
- Ein digitaler SAT-Finder mit Display oder eine Smartphone-App mit Augmented-Reality-Funktion kann die Ausrichtung erheblich erleichtern. Die einfachen analogen 'Piepser' erfüllen aber auch ihren Zweck und sind sehr günstig.
- VORBEREITUNG
- Führe die Ausrichtung an einem klaren, wolkenlosen Tag durch. Bei starkem Regen oder Schneefall wird das Satellitensignal gedämpft, was eine exakte Peilung erschwert.
- TIPP
- Ziehe die Befestigungsschrauben am Ende nicht mit Gewalt an. Ein zu festes Anziehen kann die Schüssel minimal verziehen und das mühsam gefundene Signal wieder verschlechtern. Ziehe die Schrauben abwechselnd und gleichmäßig an.
⚠ Warnungen
- GEFAHR
Bei der Montage auf dem Dach besteht akute Absturzgefahr. Überlasse diese Arbeit im Zweifelsfall immer einem Fachmann.
- TYPISCHER FEHLER
Der Mast ist nicht exakt senkrecht. Die aufgedruckte Elevations-Skala an der Satellitenschüssel funktioniert nur dann korrekt, wenn der Mast, auf dem sie montiert ist, perfekt im Lot steht. Ein schiefer Mast ist der häufigste Grund für Frust bei der Ausrichtung.