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Vliestapete tapezieren

Kurzbeschreibung

Tapezieren hat den Ruf, eine klebrige, komplizierte Angelegenheit zu sein, bei der Bahnen auf dem Tapeziertisch einweichen, Falten werfen und am Ende schief an der Wand hängen. Diese Vorstellung stammt aus der Zeit der Papiertapete. Die moderne Vliestapete hat den Prozess revolutioniert und macht das Tapezieren zu einem sauberen und anfängerfreundlichen Projekt. Der entscheidende Vorteil: Nicht die Tapete, sondern die Wand wird eingekleistert. Kein Tapeziertisch, keine Weichzeit, kein umständliches Hantieren mit nassen Bahnen. In diesem Projekt zeigen wir dir, wie du mit der Wandklebetechnik schnell und einfach zu einem perfekten Ergebnis kommst. Du lernst, wie du die erste Bahn exakt senkrecht auslotest und wie du die folgenden Bahnen 'auf Stoß' ansetzt, um unsichtbare Nähte zu erhalten. So gelingt dir ein professionelles Tapezierergebnis ohne Blasen und Falten.

Werkzeuge

Materialien

Projektschritte

  1. 01

    Stelle sicher, dass die Wand sauber, trocken, glatt und grundiert ist. Mische den Vlieskleister nach Packungsanweisung klumpenfrei an und lasse ihn quellen.

  2. 02

    Bestimme den Startpunkt. Miss von einer Ecke aus die Breite der Tapete minus 1-2 cm und ziehe mit der Wasserwaage eine exakte senkrechte Linie. An dieser Linie wird die erste Bahn ausgerichtet.

  3. 03

    Trage den Vlieskleister mit einer Walze satt und gleichmäßig auf die Wand auf. Kleistere immer nur für eine, maximal zwei Bahnen im Voraus.

  4. 04

    Setze die erste Tapetenbahn oben an der Decke an und richte sie an deiner senkrechten Hilfslinie aus. Lasse oben einen kleinen Überstand von einigen Zentimetern.

  5. 05

    Drücke die Tapete von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten mit einer Andrückrolle blasenfrei an die Wand.

  6. 06

    Setze die nächste Bahn direkt Kante an Kante ('auf Stoß') an die vorherige Bahn an. Vliestapeten werden nicht überlappend geklebt.

  7. 07

    Rolle die Naht, an der die beiden Bahnen zusammentreffen, vorsichtig mit einem kleinen Nahtroller fest, um eine perfekte Verbindung zu schaffen.

  8. 08

    Schneide die Überstände an Decke und Fußleiste mit einem scharfen Cuttermesser entlang eines Tapezierspachtels oder einer Kelle sauber ab.

  9. 09

    Verfahre so Bahn für Bahn. Arbeite dich vom Licht weg (also vom Fenster aus in den Raum hinein), um Schatten an den Nähten zu minimieren.

Wichtige Hinweise

SICHERHEIT
Achte bei Arbeiten an Steckdosen und Lichtschaltern darauf, dass die Sicherung ausgeschaltet ist. Schneide die Öffnungen erst nach dem Anbringen der Tapete mit dem Cuttermesser frei.
QUALITÄT
Wechsle die Klinge deines Cuttermessers sehr häufig, am besten nach jeder zweiten oder dritten Bahn. Eine scharfe Klinge ist das wichtigste Werkzeug für saubere Schnitte an Decke, Boden und Ecken.
TIPP
Kleisterflecken auf der Tapetenoberfläche sollten sofort mit einem sauberen, leicht feuchten Schwamm oder Tuch vorsichtig abgetupft (nicht gerieben!) werden, solange sie noch frisch sind.
VORBEREITUNG
Nummeriere die Tapetenrollen und achte auf die Anfertigungsnummer (Batch-Nummer). Verwende an einer Wand immer nur Rollen mit der gleichen Nummer, um minimale Farbunterschiede zu vermeiden.
KLEISTERDICKE
Trage den Kleister auf der Wand nicht zu dünn auf. Die Tapete muss im Kleisterbett 'schwimmen' können, um sie leicht an die Naht der vorherigen Bahn schieben zu können.
TYPISCHER FEHLER
Vermeide es, die Nähte zu stark anzudrücken. Ein zu harter Nahtroller kann den Kleister seitlich herausquetschen und zu glänzenden Stellen führen.
VERSCHNITT
Bei Mustertapeten muss der 'Rapport' (Musterversatz) beachtet werden. Plane den Verschnitt durch das Muster beim Zuschneiden der Bahnen mit ein.
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