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Alten Kamin mit einer Kaminkassette nachrüsten

Ein alter offener Kamin ist romantisch, aber ineffizient: 80 Prozent der Wärme verschwinden durch den Schornstein, Funkenflug ist gefährlich und moderne Feinstaubgrenzwerte werden meist gerissen. Die Lösung heißt Kaminkassette – ein geschlossener Heizeinsatz, der in die vorhandene Kaminöffnung eingebaut wird und aus dem alten Schmuckstück einen effizienten Heizofen macht. Der Einbau ist deutlich anspruchsvoller als die Installation eines freistehenden Kaminofens, weil du mit beengten Platzverhältnissen, schweren Bauteilen und präziser Passarbeit kämpfst. Die Kaminkassette muss exakt in die Öffnung passen, Anschlüsse ans Rauchabzugssystem müssen dicht sein und die Luftzufuhr muss funktionieren. Viele Heimwerker unterschätzen das Gewicht: Eine Kassette wiegt schnell 150 bis 200 Kilogramm – das Ein- und Ausheben erfordert mindestens zwei kräftige Helfer oder technische Hilfsmittel. Die größte Herausforderung ist der Anschluss an den Schornstein: Hier muss ein Rohrstutzen absolut dicht mit dem vorhandenen Rauchkanal verbunden werden, sonst ziehen Rauch und Kohlenmonoxid in den Wohnraum. In vielen Fällen muss der Schornstein vor dem Einbau saniert oder mit einem Edelstahlrohr ausgekleidet werden – dafür ist der Schornsteinfeger dein Ansprechpartner. Auch die Verkleidung der Kassette will geplant sein: Meist baust du einen Rahmen aus hitzebeständigem Material, der die Kassette einfasst und optisch integriert. Moderne Kassetten haben Glasscheiben und lassen das Flammenspiel sichtbar – du genießt also weiterhin die Atmosphäre des offenen Feuers, hast aber einen Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent statt magerer 20 Prozent. Der Einbau ist komplex, aber machbar – wichtig ist eine gründliche Planung, professionelle Beratung durch den Schornsteinfeger und genaues Arbeiten. Das Ergebnis ist ein moderner, effizienter Kamin im Gewand des Altbaus.

Anleitung

  1. Lass den alten Kamin und den Schornstein vom Schornsteinfeger prüfen. Er kontrolliert, ob der Rauchkanal für eine moderne Kassette geeignet ist oder ob eine Sanierung nötig ist. In vielen Altbauten ist das Mauerwerk des Schornsteins porös oder der Querschnitt zu groß – dann muss ein Edelstahlrohr eingezogen werden. Kläre auch baurechtliche Fragen: Manche Bundesländer verlangen eine Baugenehmigung für den Umbau.
  2. Miss die vorhandene Kaminöffnung exakt aus. Breite, Höhe und Tiefe müssen millimetergenau stimmen, damit die Kassette passt. Berücksichtige auch die Position des Rauchabzugs im alten Kamin – liegt er mittig, links oder rechts? Die neue Kassette muss ihren Rauchrohrstutzen an dieser Stelle anschließen können. Notiere auch die Maße der Verkleidung drumherum, die erhalten bleiben soll.
  3. Wähle eine passende Kaminkassette aus. Sie muss nicht nur von den Außenmaßen passen, sondern auch die richtige Heizleistung für deinen Raum haben. Als Faustregel gilt: Pro 10 Quadratmeter Wohnfläche brauchst du 1 Kilowatt Heizleistung. Wichtig ist auch die Tiefe der Brennkammer – zu flache Kassetten nehmen keine großen Scheite auf. Achte auf ein Modell mit großer Glasscheibe für gute Sicht aufs Feuer.
  4. Entferne alle losen Teile aus dem alten Kamin. Baue Kamingitter, Ascherost und eventuell vorhandene alte Einsätze aus. Reinige die Kaminöffnung gründlich mit Besen und Industriesauger. Klopfe lose Mörtelreste ab und bessere beschädigte Stellen mit feuerfestem Mörtel aus. Der Untergrund muss eben und stabil sein, da die schwere Kassette sicher aufliegen muss.
  5. Baue bei Bedarf eine Bodenplatte oder Unterkonstruktion für die Kassette. Sie muss das hohe Gewicht tragen und darf sich nicht durchbiegen. In den meisten Fällen reicht eine Lage Schamottsteine, die du mit feuerfestem Mörtel auf dem vorhandenen Kaminsockel vermauerst. Achte darauf, dass die Oberfläche exakt waagerecht ist – prüfe dies mit der Wasserwaage.
  6. Hebe die Kaminkassette zu zweit oder zu dritt in die Öffnung. Arbeite langsam und vorsichtig – die Kassette ist schwer und unhandlich. Platziere sie mittig und schiebe sie so weit zurück, dass der Rauchrohrstutzen direkt unter dem Rauchabzug im Schornstein liegt. Richte die Kassette mit der Wasserwaage exakt waagerecht aus. Lege bei Bedarf Blechkeile unter, um Unebenheiten auszugleichen.
  7. Verbinde den Rauchrohrstutzen der Kassette mit dem Schornstein. Bei modernen Kassetten wird ein flexibles Ofenrohr oder ein starres Edelstahlrohr verwendet, das in den Rauchkanal des Schornsteins geschoben wird. Dichte die Verbindung mit einer Rosette und hitzebeständigem Silikon ab. Diese Verbindung muss absolut dicht sein – prüfe dies später beim ersten Anheizen. Rauch im Raum deutet auf Undichtigkeiten hin.
  8. Dämme die Zwischenräume zwischen Kassette und Kaminverkleidung. Verwende hitzebeständige Mineralwolle, die Temperaturen bis 800 Grad standhält. Die Dämmung verhindert, dass Wärme unkontrolliert an die umgebenden Bauteile abgegeben wird, und verbessert die Effizienz der Kassette. Achte darauf, dass die Dämmung die Lüftungsschlitze der Kassette nicht blockiert.
  9. Baue Lüftungsgitter für die Konvektionswärme ein. Moderne Kaminkassetten haben oben und unten Lüftungsschlitze: Kalte Luft strömt unten ein, erwärmt sich an der Kassettenrückseite und steigt oben wieder aus. Baue entsprechende Gitter in die Verkleidung ein, damit diese Konvektion funktioniert. Ohne Luftzirkulation bleibt die Wärme hinter der Verkleidung gefangen.
  10. Verklebe bei Bedarf die Frontverkleidung neu oder bessere beschädigte Stellen aus. Verwende feuerfesten Mörtel und Schamottsteine für Flächen in Ofennähe. Achte darauf, dass die neue Kassette bündig mit der Verkleidung abschließt oder leicht zurückversetzt ist. Lass den Mörtel mindestens 48 Stunden trocknen, bevor du den Kamin das erste Mal anfeuerst.
  11. Teste die Kassette mit einem kleinen Anfeuerholz-Feuer. Beobachte, ob Rauch ordnungsgemäß abzieht und ob sich irgendwo Undichtigkeiten zeigen. Prüfe, ob die Konvektionslüftung funktioniert – warme Luft sollte oben aus dem Gitter ausströmen. Lass den Kamin nach erfolgreichem Test vom Schornsteinfeger abnehmen – erst dann darfst du ihn regulär nutzen.

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