Den Schornsteinfeger konsultieren: Anforderungen & Abnahme
Wer einen Kaminofen installieren will, kommt am Schornsteinfeger nicht vorbei – und das ist auch gut so, denn er ist der entscheidende Garant für Sicherheit und reibungslosen Betrieb. Der Schornsteinfeger ist nicht nur der Mann mit dem schwarzen Zylinder, der einmal im Jahr zum Kehren kommt, sondern ein staatlich geprüfter Fachmann für Feuerungsanlagen, Abgasanlagen und Brandschutz. Seine Aufgabe ist es, zu prüfen, ob dein Kaminofen und der dazugehörige Schornstein technisch zusammenpassen, ob alle Sicherheitsvorschriften eingehalten werden und ob die Anlage umweltgerecht funktioniert. Viele Heimwerker machen den Fehler, erst den Ofen zu kaufen und dann den Schornsteinfeger zu informieren – das kann teuer werden, wenn sich herausstellt, dass der Ofen nicht zum Schornstein passt oder wichtige Auflagen fehlen. Die richtige Reihenfolge ist: Zuerst den Schornsteinfeger konsultieren, dann den Ofen kaufen, dann installieren, dann abnehmen lassen. Der Schornsteinfeger prüft bei der Vorabkonsultation mehrere Dinge: Ist der Schornstein für den geplanten Ofen geeignet? Stimmt der Querschnitt? Ist der Zug ausreichend? Gibt es bauliche Hindernisse? Darf überhaupt ein weiterer Ofen an diesen Schornstein angeschlossen werden (Mehrfachbelegung)? All diese Fragen klärt er anhand des Ofendatenblatts und einer Inspektion vor Ort. Ohne seine Zustimmung darfst du keinen Ofen in Betrieb nehmen – das wäre illegal und gefährlich. Nach der Installation kommt die Feuerstättenschau: Der Schornsteinfeger prüft, ob der Ofen korrekt aufgestellt ist, ob die Sicherheitsabstände eingehalten werden, ob das Ofenrohr fachgerecht montiert ist und ob die Abgasanlage dicht und funktionsfähig ist. Erst wenn alles passt, erteilt er die Betriebserlaubnis und trägt die Feuerstätte ins Kehrbuch ein. Ab diesem Zeitpunkt kommen regelmäßige Messungen und Kehrarbeiten auf dich zu: Der Schornsteinfeger misst einmal pro Messperiode (alle 2-3 Jahre) die Abgaswerte und prüft, ob der Ofen die gesetzlichen Grenzwerte einhält. Außerdem kehrt er den Schornstein – je nach Ofentyp und Nutzung ein- bis dreimal jährlich. Diese Arbeiten sind gesetzlich vorgeschrieben und kosten zwischen 50 und 150 Euro pro Jahr. Wer den Schornsteinfeger frühzeitig einbindet, spart sich Ärger, Kosten und potenzielle Sicherheitsprobleme. Er kennt die örtlichen Gegebenheiten, weiß, welche Schornsteine geeignet sind und welche Fallstricke lauern. Seine Beratung ist Gold wert und meist sogar kostenlos, wenn es um eine Erstberatung geht.
Anleitung
- Finde den zuständigen Bezirksschornsteinfeger für dein Gebiet: Jedes Haus hat einen zuständigen Bezirksschornsteinfeger (bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger, kurz BbS). Seinen Namen und Kontakt findest du auf dem letzten Kehrbrief oder über die Schornsteinfegerinnung deines Bundeslandes im Internet.
- Vereinbare einen Beratungstermin VOR dem Ofenkauf: Erkläre dem Schornsteinfeger, dass du einen Kaminofen installieren willst und bitte um eine Vorabberatung. Viele Schornsteinfeger bieten diese kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr (ca. 30-50 Euro) an.
- Bereite alle relevanten Informationen vor: Notiere dir die Raumgröße, die Deckenhöhe, den geplanten Aufstellort, den Schornsteintyp (gemauert, Edelstahl, Keramik) und die Nutzungsart (Haupt- oder Zusatzheizung). Je mehr Infos du hast, desto präziser kann der Schornsteinfeger beraten.
- Zeige dem Schornsteinfeger den geplanten Aufstellort: Er prüft, ob der Schornstein in der Nähe ist, ob Durchbrüche nötig sind, ob Sicherheitsabstände eingehalten werden können und ob bauliche Hindernisse bestehen (z. B. Stahlträger im Weg).
- Lass den Schornstein auf Eignung prüfen: Der Schornsteinfeger misst den Schornsteinquerschnitt, prüft den Zug und kontrolliert den Zustand (Risse, Versottung, Ablagerungen). Er sagt dir, ob der Schornstein für einen neuen Ofen geeignet ist oder ob Sanierung nötig ist.
- Besprich die geplante Ofenwahl: Zeige dem Schornsteinfeger Datenblätter von Öfen, die du im Auge hast. Er prüft, ob die Nennwärmeleistung, der erforderliche Förderdruck und der Abgasmassenstrom zum Schornstein passen. So vermeidest du einen Fehlkauf.
- Kläre, ob Mehrfachbelegung zulässig ist: Falls bereits eine Heizung oder ein anderer Ofen am selben Schornstein hängt, prüft der Schornsteinfeger, ob eine Mehrfachbelegung erlaubt ist. Oft sind separate Züge oder ein größerer Querschnitt nötig.
- Erhalte eine schriftliche Bestätigung: Bitte den Schornsteinfeger um eine kurze schriftliche Bestätigung oder ein Protokoll der Beratung. Das gibt dir Sicherheit beim Ofenkauf und dient als Nachweis, falls später Fragen auftauchen.
- Installiere den Ofen gemäß den Auflagen: Halte dich exakt an die Vorgaben des Schornsteinfegers – Sicherheitsabstände, Hitzeschutzmaßnahmen, Ofenrohr-Dimensionierung. Jede Abweichung kann die Betriebserlaubnis gefährden.
- Melde die Feuerstätte zur Abnahme an: Sobald der Ofen aufgestellt und angeschlossen ist, melde dich beim Schornsteinfeger zur Feuerstättenschau an. Vereinbare einen Termin innerhalb von 2-4 Wochen nach Installation.
- Bereite die Abnahme vor: Stelle sicher, dass alle Abstände eingehalten sind, dass das Ofenrohr korrekt montiert ist, dass die Bodenplatte vorhanden ist und dass der Ofen betriebsbereit ist. Halte das Ofendatenblatt und die Montageanleitung bereit.
- Lass die Feuerstättenschau durchführen: Der Schornsteinfeger prüft alle sicherheitsrelevanten Punkte und erstellt ein Abnahmeprotokoll. Bei positivem Ergebnis erhältst du die Betriebserlaubnis und die Feuerstätte wird ins Kehrbuch eingetragen. Kosten: ca. 50-80 Euro.
- Vereinbare die regelmäßigen Kehr- und Messtermine: Der Schornsteinfeger teilt dir mit, wie oft der Schornstein gekehrt werden muss (meist 1-3 Mal jährlich) und wann die nächste Abgasmessung fällig ist (meist alle 2-3 Jahre). Diese Termine sind verpflichtend.
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