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Möbel lackieren mit Rolle oder Sprühdose

Alte Möbel zu lackieren ist eine der kostengünstigsten Möglichkeiten Wohnräumen neuen Glanz zu verleihen. Ein abgenutzter Holzstuhl, ein ausgebleichtes Regal oder eine langweilige Kommode werden durch einen frischen Lackanstrich zu echten Hinguckern. Die beiden beliebtesten Methoden sind das Lackieren mit der Rolle und das Sprühen mit der Sprühdose – beide haben ihre Vor- und Nachteile. Die Rolle ist günstiger, verursacht weniger Overspray und eignet sich gut für große ebene Flächen. Die Sprühdose erzeugt ein besonders glattes Finish ohne Pinselstriche, erreicht problemlos Ecken und Vertiefungen und ist ideal für Möbel mit vielen Details. Der Nachteil: Sprühen erzeugt Sprühnebel der alles in der Umgebung benetzt – deshalb nur draußen oder in gut belüfteten Räumen mit kompletter Abdeckung arbeiten. Egal welche Methode du wählst: Die Vorbereitung ist entscheidend! Möbel müssen gründlich gereinigt, entfettet und geschliffen werden. Alte Lackschichten werden angeraut, Beschädigungen ausgespachtelt. Ohne diese Vorarbeit haftet der neue Lack nicht und blättert nach kurzer Zeit ab. Die Profis arbeiten mit mehreren dünnen Lackschichten statt einer dicken – das verhindert Laufnasen und sorgt für gleichmäßige Deckung. Zwischen den Anstrichen wird leicht angeschliffen um ein glattes Finish zu erreichen. Bei der Farbwahl sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: Klassisches Weiß, trendiges Petrol, elegantes Anthrazit oder knalliges Gelb – Möbellack gibt es in allen Farben. Dieser Ratgeber zeigt dir beide Techniken und führt dich Schritt für Schritt zum perfekt lackierten Möbelstück.

Anleitung

  1. Zerlege das Möbelstück soweit möglich. Schraube Türen ab, entferne Schubladen, demontiere Griffe, Knöpfe und Beschläge. Je mehr du zerlegst desto einfacher wird das Lackieren und desto professioneller das Ergebnis. Beschrifte die Teile mit Bleistift auf der Rückseite damit du später weißt was wohin gehört. Bewahre alle Schrauben und Kleinteile in beschrifteten Tütchen auf. Nicht abnehmbare Teile (Scharniere, Einlegeböden) mit Malerkrepp abkleben.
  2. Reinige das Möbelstück gründlich. Wische alle Flächen mit warmem Wasser und mildem Reinigungsmittel ab. Entferne Staub, Schmutz und Fettablagerungen – besonders in Küche und Esszimmer sind Möbel oft fettig. Für hartnäckige Verschmutzungen verwende Anlauger oder Entfetter aus dem Baumarkt. Nikotin- und Wachsreste müssen komplett runter sonst haftet der Lack nicht. Lasse das Möbel vollständig trocknen (am besten über Nacht).
  3. Schleife die Oberfläche gründlich an. Das ist der wichtigste Schritt! Alte Lackschichten müssen angeraut werden – verwende Schleifpapier Körnung 80-120 für den ersten Schliff. Bei stark beschädigtem Lack bis aufs Holz schleifen. Bei intaktem Lack reicht Anschleifen – die Oberfläche muss matt werden. Arbeite gleichmäßig über alle Flächen, mit der Maserung bei Holzmöbeln. Ecken und Kanten nicht vergessen! Sauge den Schleifstaub gründlich ab und wische mit leicht feuchtem Tuch nach.
  4. Bessere Beschädigungen aus. Kratzer, Dellen und Löcher mit Holzspachtelmasse füllen (bei lackierten Möbeln kannst du auch 2-Komponenten-Spachtel verwenden). Trage die Masse mit Spachtel bündig auf. Lasse sie vollständig durchtrocknen – bei dicken Schichten kann das mehrere Stunden dauern. Schleife gespachtelte Stellen mit feinem Schleifpapier (180-240) glatt bis sie nicht mehr fühlbar sind. Staub wieder absaugen und abwischen.
  5. Feinschliff für perfekte Oberfläche. Nach dem groben Schliff und Ausbessern kommt der Feinschliff mit Körnung 180-240. Damit wird die Oberfläche schön glatt und der Lack bekommt optimale Haftung. Gleichmäßig über alle Flächen arbeiten, nicht zu viel Druck. Besonders bei der Sprühdosen-Methode ist eine glatte Unterfläche wichtig – jede Unebenheit wird durch den dünnen Sprühlack sichtbar! Gründlich entstauben.
  6. Bereite den Arbeitsbereich vor. Für Rollenarbeit: Stelle das Möbel auf Zeitungspapier oder Folie, sorge für gute Belüftung. Für Sprühdose: Arbeite NUR draußen oder in gut belüfteter Garage! Sprühnebel setzt sich auf allem ab was nicht abgedeckt ist. Decke den Boden großzügig mit Folie ab (mindestens 2x2 Meter um das Möbel herum). Stelle das Möbel auf erhöhte Unterlage (Böcke, umgedrehte Eimer) damit du von allen Seiten rankommst.
  7. Trage den ersten Lackanstrich auf – Methode Rolle. Verwende eine kurzflorige Schaumstoffrolle oder Microfaserrolle (keine langflorige Lammfellrolle – die macht Struktur!). Tauche die Rolle in den Lack, rolle am Abstreifgitter ab bis sie gleichmäßig benetzt ist. Streiche in langen gleichmäßigen Bahnen mit der Maserung. Nicht zu dick auftragen – lieber zwei dünne Schichten! Arbeite zügig, Überlappungen müssen nass in nass erfolgen. Bei verwinkelten Teilen (Kanten, Ecken) Pinsel verwenden.
  8. Trage den ersten Lackanstrich auf – Methode Sprühdose. Schüttle die Dose 2-3 Minuten gründlich (du musst die Mischkugel hören!). Teste den Sprühstrahl auf Karton – der Strahl sollte gleichmäßig sein. Halte die Dose 20-30 cm vom Möbel entfernt und sprühe in gleichmäßigen Bahnen – niemals stehenbleiben sonst entstehen Lacknasen! Überlappung 50 Prozent. Mehrere dünne Schichten sind besser als eine dicke. Sprühe von oben nach unten, von links nach rechts in gleichmäßigem Tempo. Trage FFP2-Maske beim Sprühen!
  9. Lasse den ersten Anstrich trocknen. Stellzeit beachten (steht auf der Dose/Dose): Meist 4-6 Stunden für Acryllack, länger für Kunstharzlack. Bei Sprühlack: Oberfläche trocknet schneller (1-2 Stunden) aber warte trotzdem 6-12 Stunden bis zum nächsten Anstrich. Nicht zu früh anschleifen – der Lack muss hart sein! Gut belüften aber direktes Sonnenlicht und Zugluft vermeiden.
  10. Zwischenschliff für glattes Finish. Nach dem Trocknen des ersten Anstrichs leicht anschleifen mit sehr feinem Schleifpapier (Körnung 240-320) oder Schleifvlies. Das entfernt Staubeinschlüsse, Unebenheiten und bei der Rolle auch leichte Strukturen. Nur ganz leicht schleifen – die Lackschicht nicht durchschleifen! Dieser Schritt ist besonders wichtig beim Rollenlack um ein glattes Finish zu bekommen. Staub absaugen und mit leicht feuchtem Tuch (Microfaser) nachwischen.
  11. Trage den zweiten Lackanstrich auf. Der zweite Anstrich wird genauso ausgeführt wie der erste – ob Rolle oder Sprühdose. Bei der Rolle: Mit der Maserung arbeiten, dünne Schichten, zügig arbeiten. Bei der Sprühdose: Gleichmäßig sprühen, 20-30 cm Abstand, überlappen. Der zweite Anstrich sorgt für vollständige Deckung und sattes Finish. Bei dunklen Farben oder starkem Kontrast (hell auf dunkel) kann ein dritter Anstrich nötig sein. Lasse den letzten Anstrich mindestens 24 Stunden durchtrocknen.
  12. Optional: Versiegelung für Extra-Schutz. Für besonders beanspruchte Möbel (Tische, Kommoden, Küchenmöbel) kannst du nach dem letzten Anstrich eine Klarlack-Versiegelung auftragen. Das macht die Oberfläche kratzfester und abwaschbar. Verwende matten oder seidenmatten Klarlack je nach gewünschtem Look. Auch hier gilt: Dünn auftragen, gut trocknen lassen. Die Versiegelung kann mit Rolle oder Sprühdose aufgetragen werden.
  13. Montiere das Möbel wieder zusammen. Nachdem der Lack vollständig durchgetrocknet ist (mindestens 24-48 Stunden, bei Klarlack länger) kannst du das Möbel wieder zusammenbauen. Schraube Türen wieder an, setze Schubladen ein, montiere Griffe und Beschläge. Sei vorsichtig – der Lack ist in den ersten Tagen noch empfindlich. Vollständige Aushärtung dauert je nach Lacktyp 1-2 Wochen. In dieser Zeit das Möbel schonend behandeln!

Werkzeuge

  • Schleifpapier
  • Schleifklotz
  • Spachtel
  • Farbrolle
  • Farbwanne
  • Pinsel
  • Atemschutz
  • Handschuhe

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