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Schornstein auf Eignung prüfen (Querschnitt, Zustand)

Viele Hausbesitzer denken, dass jeder vorhandene Schornstein automatisch für den Anschluss eines neuen Kaminofens geeignet ist – ein gefährlicher Trugschluss, der zu schweren Problemen führen kann. Die Realität sieht anders aus: Ein Schornstein ist eine hochkomplexe Anlage, die exakt zur Feuerstätte passen muss, und längst nicht jeder Schornstein erfüllt die Anforderungen für einen modernen Kaminofen. Drei zentrale Kriterien entscheiden über die Eignung: Querschnitt, Zug und baulicher Zustand. Der Querschnitt ist das A und O – viele alte Schornsteine sind überdimensioniert und haben 20x20 cm oder mehr, während moderne Öfen nur 12-15 cm Durchmesser benötigen. Ein zu großer Querschnitt führt zu kalten Abgasen, schlechtem Zug, Kondensation und Versottung – der Schornstein 'zieht nicht', und der Ofen qualmt beim Anfeuern. Ein weiterer falscher Glaube betrifft den Zug: Viele denken, ein hoher Schornstein zieht automatisch gut. Doch die Zugverhältnisse hängen von vielen Faktoren ab – Höhe, Querschnitt, Temperatur, Windverhältnisse, Dichtheit. Selbst ein hoher Schornstein kann zu wenig Zug haben, wenn er etwa durch Bäume oder Nachbargebäude abgeschirmt wird oder wenn die Wandstärke zu dick ist und die Abgase zu schnell auskühlen. Auch der Zustand des Schornsteins wird oft unterschätzt: Risse, Versottung, lose Fugen oder fehlende Innendämmung können massive Probleme verursachen. Versottung entsteht, wenn feuchte, säurehaltige Abgase durch poröses Mauerwerk nach außen dringen und dort Salze, Teer und Feuchtigkeit ablagern – erkennbar an braunen Flecken an der Außenwand. Ein versotteter Schornstein muss saniert werden, bevor ein Ofen angeschlossen wird, sonst droht Einsturz oder Brandgefahr. Auch die Mehrfachbelegung ist ein heikles Thema: Viele glauben, sie könnten einfach einen zweiten Ofen an denselben Schornstein anschließen. Doch das ist nur unter strengen Auflagen erlaubt – meist muss ein separater Zug vorhanden sein oder der Querschnitt ausreichend groß. Ein häufiger Fehler ist es, den Schornstein vom Dachboden aus zu inspizieren und zu glauben, man könne selbst beurteilen, ob er geeignet ist. Tatsächlich sind viele Mängel nur mit professioneller Ausrüstung (Kamera, Zugmesser, Rauchgas-Analysegerät) erkennbar. Die Prüfung sollte daher immer vom Schornsteinfeger durchgeführt werden – er hat die Erfahrung, die Technik und die rechtliche Verantwortung. Wer den Zustand seines Schornsteins unterschätzt und ohne Prüfung einen Ofen anschließt, riskiert nicht nur schlechten Betrieb, sondern auch Brandgefahr, Kohlenmonoxid-Vergiftung und teure Nachbesserungen.

Anleitung

  1. Verschaffe dir einen Überblick über deinen Schornstein: Wo verläuft er (innen oder außen)? Wie hoch ist er? Gibt es mehrere Züge? Ist er gemauert, aus Keramik oder Edelstahl? Notiere alle Eckdaten für die spätere Beratung mit dem Schornsteinfeger.
  2. Prüfe den Zugang zum Schornstein: Schau nach, ob du vom Dachboden oder Keller aus Zugang zum Schornstein hast. Bei Außenschornsteinen ist meist nur eine Sichtprüfung von außen möglich. Öffne vorhandene Reinigungsöffnungen vorsichtig.
  3. Führe eine grobe Sichtprüfung von innen durch (falls möglich): Leuchte mit der Taschenlampe in den Schornstein und prüfe auf offensichtliche Schäden – Risse, abgeplatzte Steine, lockere Fugen, Verschmutzung, Spinnweben, Vogelnestern. VORSICHT: Nicht den Kopf in den Schornstein stecken (Erstickungsgefahr)!
  4. Achte auf Anzeichen von Versottung: Schau dir die Außenwände des Hauses an der Stelle an, wo der Schornstein verläuft. Braune, feuchte Flecken, Salzausblühungen oder bröckelnder Putz sind Hinweise auf Versottung – ein klares Zeichen für Sanierungsbedarf.
  5. Miss den Schornsteinquerschnitt (falls zugänglich): Öffne eine Reinigungsklappe und miss den Innendurchmesser bzw. die Seitenlänge. Typische Maße sind 12x12 cm, 14x14 cm, 18x18 cm oder rund 15-20 cm Durchmesser. Notiere die Maße genau.
  6. Prüfe die Schornsteinhöhe: Miss vom geplanten Ofenstandort bis zur Schornsteinmündung. Die Mindesthöhe für Kaminöfen liegt meist bei 4-5 Metern, besser sind 6-8 Meter. Eine zu geringe Höhe führt zu schlechtem Zug.
  7. Kontrolliere die Schornsteinmündung auf dem Dach: Schaue (vom Boden aus oder mit Fernglas), ob die Mündung frei ist, ob der Schornsteinkopf intakt ist und ob Hindernisse (Bäume, Nachbargebäude) den Rauchgas-Abzug behindern könnten.
  8. Prüfe, ob der Schornstein bereits belegt ist: Schau nach, ob eine Heizung, ein anderer Ofen oder eine Gastherme bereits an den Schornstein angeschlossen sind. Mehrfachbelegung ist nur unter strengen Voraussetzungen erlaubt und muss vom Schornsteinfeger genehmigt werden.
  9. Dokumentiere deine Beobachtungen mit Fotos und Notizen: Fotografiere den Schornstein von innen und außen, notiere Maße, Zustand und Auffälligkeiten. Diese Dokumentation hilft dem Schornsteinfeger bei der professionellen Bewertung.
  10. Vereinbare eine professionelle Schornstein-Inspektion mit dem Schornsteinfeger: Kontaktiere den zuständigen Bezirksschornsteinfeger und bitte um eine Begehung. Er führt eine gründliche Inspektion durch, misst den Zug, prüft die Dichtheit und bewertet den Zustand.
  11. Lass bei Bedarf eine Schornstein-Kamerabefahrung durchführen: Bei unklarem Zustand oder bei Schornsteinen ohne zugängliche Reinigungsöffnungen kann der Schornsteinfeger eine Kamera einführen und den gesamten Verlauf von innen begutachten. Kosten: ca. 100-200 Euro.
  12. Besprich das Ergebnis mit dem Schornsteinfeger: Er sagt dir, ob der Schornstein für den geplanten Ofen geeignet ist, ob Sanierung nötig ist (z. B. Einsatz einer Edelstahlröhre) oder ob ein anderer Schornstein genutzt werden sollte.
  13. Plane ggf. eine Schornsteinsanierung ein: Falls der Schornstein nicht geeignet ist, gibt es verschiedene Lösungen – Einzug einer Edelstahlröhre (Kosten 500-1500 Euro), Sanierung mit Keramikrohr oder Neubau eines Außenschornsteins (3000-8000 Euro). Der Schornsteinfeger berät dich zu den Optionen.

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