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Treppenarten erklärt: Wangentreppe, Spindeltreppe etc.

Die Wahl der richtigen Treppenart ist eine Grundsatzentscheidung beim Hausbau oder bei der Renovierung. Jede Treppe hat ihre eigenen Vor- und Nachteile in Bezug auf Platzbedarf, Kosten, Ästhetik und Bauaufwand. Die klassische Wangentreppe ist der meistgebaute Treppentyp in Deutschland. Sie besteht aus zwei seitlichen Trägern (den Wangen) die die Stufen tragen. Wangentreppen sind robust, preiswert und relativ einfach zu bauen – deshalb findet man sie in fast jedem Einfamilienhaus. Die Spindeltreppe hingegen ist die platzsparende Alternative. Sie windet sich spiralförmig um eine zentrale Säule (die Spindel) nach oben. Mit einem Durchmesser von nur 120-140 cm passt sie auch in kleine Räume. Allerdings ist sie steiler und schmaler als eine Wangentreppe – das macht sie unbequemer im Alltag und problematisch für den Möbeltransport. Moderne Bolzentreppen verzichten auf sichtbare Wangen und wirken luftig und elegant. Die Stufen werden direkt an der Wand befestigt oder schweben frei im Raum – gehalten nur durch Bolzen oder Zuganker. Optisch beeindruckend, aber teuer und statisch anspruchsvoll. Raumspartreppen sind eine Notlösung für extrem enge Verhältnisse. Mit steileren Winkeln (bis 75°) und versetzten Stufen schaffen sie Verbindungen wo normale Treppen nicht passen – zum Beispiel zum Spitzboden. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Treppentypen ihre Konstruktion und wann welche Art sinnvoll ist.

Anleitung

  1. Die Wangentreppe ist der Klassiker unter den Treppen und mit Abstand der häufigste Typ im Wohnungsbau. Sie besteht aus zwei seitlichen Trägern – den Wangen – die parallel zueinander verlaufen und die Treppenstufen tragen. Die Stufen werden entweder in Nuten in den Wangen eingelassen (eingestemmte Wangentreppe) oder von oben auf die Wangen aufgesetzt (aufgesattelte Wangentreppe). Wangentreppen sind stabil, langlebig und relativ preiswert. Sie eignen sich für gerade Treppenläufe mit oder ohne Podest sowie für Treppen mit einer Richtungsänderung. Der Platzbedarf liegt bei etwa 2,5-3 m Länge und 1 m Breite. Die Konstruktion ist robust und verzeiht auch etwas unsaubere Ausführung – deshalb werden Wangentreppen oft selbst gebaut. Optisch wirken sie klassisch und zeitlos. In modernen Varianten können die Wangen auch seitlich versetzt oder asymmetrisch angeordnet sein. Material ist meist Massivholz oder Brettschichtholz für die Wangen und Buche oder Eiche für die Stufen.
  2. Die Spindeltreppe spart wertvollen Platz durch ihre spiralförmige Konstruktion. Sie dreht sich um eine zentrale senkrechte Säule – die Spindel – nach oben. Die Stufen sind keilförmig: Innen schmal (an der Spindel) und außen breit. Dadurch ergibt sich die charakteristische Wendelform. Spindeltreppen brauchen nur einen Durchmesser von 120-160 cm – ideal für kleine Räume, Dachausstiege oder als Zweittreppe. Der große Nachteil: Sie sind steiler und unbequemer als gerade Treppen. Die keilförmigen Stufen sind an der Innenseite so schmal dass man sie kaum betreten kann – man läuft praktisch nur außen am Rand. Das macht das Treppensteigen anstrengender und unsicherer. Für den Transport von Möbeln oder sperrigen Gegenständen sind Spindeltreppen ungeeignet – ein Sofa oder Schrank passt nicht um die enge Kurve. Spindeltreppen sind deshalb als Haupttreppe nur bei extremem Platzmangel sinnvoll. Als Zweittreppe zum Dachboden oder Keller sind sie perfekt. Die Konstruktion ist aufwändiger als bei Wangentreppen – die Stufen müssen präzise berechnet und montiert werden damit die Treppe sicher ist.
  3. Die Bolzentreppe ist der Star unter den modernen Treppenarten. Sie verzichtet auf sichtbare Wangen und wirkt dadurch luftig, elegant und schwerelos. Die Treppenstufen werden an der Wand befestigt und ragen frei in den Raum – gehalten nur durch Stahlbolzen oder Gewindestangen die durch die Stufen verlaufen. Bei freitragenden Bolzentreppen gibt es nicht einmal eine Wand – die Stufen werden nur durch die Bolzen verbunden und schweben völlig frei. Optisch ist das beeindruckend und passt perfekt zu minimalistischem modernem Design. Der Preis dafür: Bolzentreppen sind teuer (oft doppelt so teuer wie Wangentreppen) und statisch anspruchsvoll. Die Wand muss tragfähig sein (Massivwand, kein Leichtbau) und die Bolzen müssen so dimensioniert sein dass sie die dynamischen Lasten beim Begehen aufnehmen. Bei freitragenden Varianten sind die Anforderungen noch höher – die oberste Stufe muss die gesamte Treppe tragen. Bolzentreppen werden fast immer von spezialisierten Firmen gebaut. Für Heimwerker sind sie keine Option. Aber wenn Budget und Statik stimmen sind Bolzentreppen ein echter Hingucker.
  4. Raumspartreppen sind eine pragmatische Lösung für schwierige Grundrisse. Sie haben einen steileren Steigungswinkel als normale Treppen (60-75° statt 30-40°) und brauchen dadurch weniger Grundfläche. Es gibt zwei Varianten: Die Sambatreppe hat normal breite Stufen die aber versetzt angeordnet sind – links und rechts wechselnd. Man steigt quasi im Samba-Rhythmus hinauf (daher der Name). Die Ententreppe hat schmale Stufen mit tieferen Einschnitten für den Fuß. Beide Varianten sind unbequem und ermüdend im Alltag. Sie eignen sich nur für selten genutzte Verbindungen: Speicher, Spitzboden, Hobbyraum im Keller. Als Haupttreppe sind sie nach Bauordnung meist nicht zulässig. Der Vorteil: Eine Raumspartreppe braucht nur 1,5-2 m Grundfläche statt 2,5-3 m. In engen Altbauten oder bei nachträglichem Dachausbau kann das den Unterschied machen ob eine Treppe überhaupt möglich ist. Die Kosten liegen deutlich unter normalen Treppen da weniger Material verbraucht wird. Achtung: Raumspartreppen sind für ältere Menschen oder Kinder gefährlicher als normale Treppen. Wer täglich die Treppe nutzen muss sollte lieber zu einer komfortableren Lösung greifen.
  5. Podest-Treppen sind eigentlich Wangentreppen die auf halber Höhe ein Podest haben. Das Podest dient als Ruhepunkt und ermöglicht eine Richtungsänderung (90° oder 180°). Podeste sind sinnvoll bei großen Höhenunterschieden (über 2,5 m) – dann wird die Treppe ohne Pause zu anstrengend. Ein Podest unterbricht den Lauf und gibt Gelegenheit zum Verschnaufen. Außerdem sind Podest-Treppen sicherer: Wer auf einer geraden Treppe stürzt rutscht potenziell alle Stufen hinunter. Bei einer Podest-Treppe stoppt der Sturz am Podest. Aus diesem Grund sind Podeste in öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben. Im Einfamilienhaus sind sie optional aber empfehlenswert. Der Nachteil: Podeste brauchen zusätzlichen Platz. Eine 180°-Treppe mit Podest braucht etwa 2 x 2,5 m Grundfläche – deutlich mehr als eine gerade Treppe. Die Konstruktion ist aufwändiger und damit teurer. Podeste werden meist aus dem gleichen Material wie die Treppe gebaut – bei Holztreppen also eine Holzplattform, bei Betontreppen eine Betonplatte. Das Geländer muss um das Podest herumgeführt werden.
  6. Die Faltwerktreppe ist eine moderne Variante die ohne Wangen auskommt. Die einzelnen Stufen und Setzstufen (die senkrechten Flächen zwischen den Stufen) werden zu einem gefalteten Tragwerk verbunden – daher der Name. Von der Seite sieht die Treppe aus wie ein Zickzack-Muster. Faltwerktreppen sind extrem stabil weil jede Stufe die nächste stützt. Sie können aus Stahlblech, Beton oder Holz gebaut werden. Optisch wirken sie modern und skulptural – ähnlich wie Bolzentreppen aber nicht ganz so filigran. Der Vorteil gegenüber Bolzentreppen: Sie sind stabiler und brauchen keine tragende Wand. Sie können sogar freistehend im Raum platziert werden. Der Nachteil: Die Konstruktion ist komplex und erfordert präzise Planung. Faltwerktreppen werden meist maßgefertigt und sind entsprechend teuer. Für Heimwerker sind sie praktisch nicht realisierbar. Aber als architektonisches Highlight in modernen Häusern sind sie eine interessante Alternative zu Bolzentreppen.
  7. Die Geschosstreppe ist keine eigene Bauart sondern eine Funktionsbezeichnung. Sie verbindet zwei Geschosse eines Hauses und muss deshalb bestimmte Anforderungen erfüllen: Sie muss bequem begehbar sein (nicht zu steil), ausreichend breit (mindestens 80 cm, besser 100 cm) und sicher (mit Geländer). Fast alle Haupttreppen im Wohnungsbau sind Geschosstreppen. Sie können als Wangentreppen, Bolzentreppen oder Podest-Treppen ausgeführt werden. Die Steigung liegt typisch bei 30-40° und die Stufenhöhe bei 17-19 cm. Diese Maße ergeben sich aus der Schrittmaßformel (2 x Steigungshöhe + Auftritt = 63 cm) die für komfortables Treppensteigen optimiert ist. Geschosstreppen müssen nach Bauordnung bestimmte Mindestanforderungen erfüllen – unter anderem eine Mindestbreite, ein Geländer ab 3 Stufen und eine Mindesthöhe für das Geländer. Bei der Planung einer Geschosstreppe sollte man deshalb die örtliche Bauordnung kennen. Auch wenn man als Heimwerker oft toleranter behandelt wird als gewerbliche Bauherren – die Sicherheitsanforderungen machen Sinn.
  8. Die Außentreppe führt vom Garten zur Terrasse oder zur Haustür. Sie ist Wind und Wetter ausgesetzt und muss deshalb aus witterungsbeständigen Materialien gebaut werden. Typische Materialien sind Beton, Naturstein, Klinker oder behandeltes Holz. Wichtig bei Außentreppen: Die Oberfläche darf bei Nässe und Frost nicht rutschig werden. Deshalb werden die Stufen oft geriffelt, mit Antirutschbelag versehen oder aus rauem Material gebaut. Die Treppe muss ein leichtes Gefälle haben damit Regenwasser abläuft und nicht auf den Stufen steht. Im Winter ist Glättegefahr ein Thema – Außentreppen sollten gut zugänglich sein zum Streuen oder Schneeräumen. Die Konstruktion ist meist einfacher als bei Innentreppen: Eine Betontreppe wird gegossen eine Natursteintreppe gemauert oder aus Blockstufen aufgebaut. Holztreppen für außen werden aus Douglasie oder Lärche gebaut – diese Hölzer sind auch ohne Behandlung witterungsbeständig. Für kleine Höhenunterschiede (3-5 Stufen) kann man fertige Außentreppen-Elemente aus Beton oder Stahl kaufen und einfach aufstellen.
  9. Die Stahltreppe ist robust, langlebig und unverwüstlich. Sie besteht aus Stahlwangen und Stufen aus Gitterrost, Lochblech oder aufgeschweißten Stahlplatten. Stahltreppen findet man vor allem in industriellen Umgebungen, als Fluchttreppe außen am Gebäude oder als robuste Kellertreppe. Sie sind hitzebeständig, feuerfest und können auch in rauen Umgebungen eingesetzt werden. Im Wohnbereich werden Stahltreppen seltener verbaut – wenn dann als Designelement im Loft-Stil oder bei modernen Industrialdesign-Konzepten. Der Nachteil: Stahlkonstruktionen sind laut – jeder Schritt hallt. Gitterroststufen sind durchsichtig was manche Menschen als unangenehm empfinden (Höhenangst). Stahltreppen müssen gegen Rost geschützt werden – entweder durch Verzinkung, Pulverbeschichtung oder regelmäßiges Streichen. Die Konstruktion erfordert Schweißarbeiten – für Heimwerker also schwierig. Aber als Fertigteiltreppe kann man Stahltreppen kaufen und nur noch montieren. Sie sind dann sogar günstiger als Holztreppen.
  10. Die Holmtreppe ist eine Variante der Wangentreppe bei der die Stufen nicht zwischen den Wangen liegen sondern auf zwei oder mehr Holmen (schmaleren Trägern) aufliegen. Die Holme verlaufen meist mittig unter den Stufen – die Treppe wirkt dadurch offener und leichter als eine klassische Wangentreppe. Bei Holmtreppen kann man oft durch die Treppe hindurchsehen da die Setzstufen fehlen. Das macht sie luftiger aber auch weniger blickdicht – für Wohnsituationen wo man unter der Treppe durchläuft kann das ein Vorteil sein. Die Konstruktion ist ähnlich robust wie bei Wangentreppen aber etwas aufwändiger da die Holme präzise positioniert werden müssen. Holmtreppen werden meist aus Stahl oder Holz gebaut. Stahlholme wirken modern und industriell, Holzholme passen zu klassischen oder skandinavischen Einrichtungsstilen.
  11. Die Betontreppe ist die stabilste und langlebigste Treppenart überhaupt. Sie wird entweder vor Ort gegossen (Ortbetontreppe) oder als Fertigteil geliefert und eingebaut. Betontreppen sind extrem tragfähig, feuerfest und absolut geräuschfrei – kein Knarzen, kein Quietschen. Sie eignen sich besonders für massive Bauweise (Massivhaus, Mehrfamilienhaus) und werden dort als tragendes Bauteil oft mit eingeplant. Der Nachteil: Betontreppen sind schwer (mehrere Tonnen) und erfordern entsprechende Fundamente. Eine nachträgliche Montage ist praktisch unmöglich – Betontreppen müssen beim Rohbau mit eingeplant werden. Die Oberfläche von Betontreppen kann unterschiedlich gestaltet werden: Naturbelassen (Sichtbeton), verputzt, gefliest, mit Holzstufen belegt oder mit Teppich. Im Rohbau wirken Betontreppen oft kalt und grau – mit der richtigen Oberflächengestaltung werden sie aber wohnlich. Für Heimwerker sind Ortbetontreppen zu komplex – aber Fertigtreppen können mit Kran und Helfer auch selbst eingebaut werden.

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