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Treppenmaße verstehen: Steigung, Auftritt, Schrittmaß

Die richtigen Treppenmaße entscheiden über Komfort und Sicherheit einer Treppe. Eine zu steile Treppe ist anstrengend und gefährlich, eine zu flache verschwendet Platz. Die Kunst liegt darin die perfekte Balance zu finden. Die wichtigsten Maße einer Treppe sind Steigung und Auftritt. Die Steigung ist die Höhe einer Stufe – gemessen von Oberkante einer Stufe zur Oberkante der nächsten Stufe. Der Auftritt ist die Tiefe der Stufe – also die Fläche auf die man tritt. Aus diesen beiden Maßen ergibt sich das Steigungsverhältnis das bestimmt wie steil oder flach die Treppe ist. Für bequemes Treppensteigen gibt es die Schrittmaßformel: 2 x Steigung + Auftritt = 63 cm. Diese Formel basiert auf der durchschnittlichen Schrittlänge eines Erwachsenen. Eine Treppe die dieser Formel entspricht fühlt sich natürlich an – man muss weder zu große Schritte machen noch zu kleine Trippelschritte. In der Praxis liegt die ideale Steigung zwischen 17 und 19 cm und der ideale Auftritt zwischen 26 und 29 cm. Daraus ergibt sich ein Steigungswinkel von etwa 30-35 Grad. Das ist der Komfortbereich für Haupttreppen im Wohnungsbau. Steilere Treppen (40-45 Grad) sind akzeptabel für Kellertreppen oder Dachböden. Noch steilere Treppen (über 50 Grad) sind nur als Raumspartreppen zulässig. Dieser Ratgeber erklärt alle wichtigen Treppenmaße und wie man sie richtig plant.

Anleitung

  1. Die Steigung (auch Steigungshöhe genannt) ist die Höhe einer einzelnen Stufe. Sie wird gemessen von der Oberkante einer Stufe zur Oberkante der nächsten Stufe – nicht von Unterkante zu Oberkante. Die Steigung ist das wichtigste Maß für den Komfort einer Treppe. Zu hohe Stufen sind anstrengend und gefährlich (man muss das Bein weit anheben), zu niedrige Stufen sind ebenfalls unangenehm (man macht nur Trippelschritte). Der ideale Bereich für Wohntreppen liegt bei 17-19 cm Steigung. Das entspricht etwa der Höhe eines normalen Schritts beim Treppensteigen. Bei 18 cm Steigung fühlt sich die Treppe für die meisten Menschen natürlich und bequem an. Kellertreppen oder Nebentreppen dürfen steiler sein: 19-21 cm sind hier akzeptabel. Raumspartreppen haben Steigungen von 21-25 cm – das ist deutlich steiler und anstrengender. Öffentliche Gebäude haben oft flachere Stufen (16-17 cm) weil dort auch ältere Menschen und Kinder die Treppe nutzen.
  2. Der Auftritt (auch Auftrittstiefe genannt) ist die Tiefe der Stufe – die Fläche auf die man tritt. Er wird gemessen von Vorderkante zu Vorderkante der Stufe oder von Stufennase zu Stufennase. Der Auftritt bestimmt wie viel Platz der Fuß beim Treppensteigen hat. Ist der Auftritt zu schmal (unter 23 cm) findet der Fuß keinen sicheren Halt – die Gefahr abzurutschen steigt. Ist der Auftritt zu breit (über 32 cm) macht man zu große Schritte – das ist ebenfalls unangenehm. Der ideale Auftritt für Wohntreppen liegt bei 26-29 cm. Das entspricht ungefähr der Länge eines durchschnittlichen Fußes (Schuhgröße 40-42). Bei 28 cm Auftritt steht der Fuß sicher auf der Stufe ohne dass die Ferse über den Rand hinausragt. Steile Treppen haben zwangsläufig kleinere Auftritte (24-26 cm), flache Treppen größere Auftritte (29-32 cm). Das hängt direkt mit dem Steigungsverhältnis zusammen.
  3. Die Schrittmaßformel verbindet Steigung und Auftritt zu einer komfortablen Treppe. Die Formel lautet: 2 x Steigung + Auftritt = 63 cm (manchmal auch 64 cm). Diese Formel basiert auf der durchschnittlichen Schrittlänge beim Treppensteigen. Ein erwachsener Mensch macht beim Gehen einen Schritt von etwa 63 cm Länge. Beim Treppensteigen wird ein Teil dieser Schrittlänge für die Höhe (Steigung) verwendet, der Rest für die Länge (Auftritt). Beispiel: Bei 18 cm Steigung ergibt sich: 2 x 18 + Auftritt = 63, also Auftritt = 27 cm. Das ist eine perfekt bequeme Treppe. Anderes Beispiel: Bei 20 cm Steigung: 2 x 20 + Auftritt = 63, also Auftritt = 23 cm. Das ist eine steilere Treppe mit kleinerem Auftritt – aber immer noch im akzeptablen Bereich. Mit dieser Formel kannst du für jeden Höhenunterschied die passenden Stufenmaße berechnen. Wichtig: Die Formel ist ein Richtwert, kein Gesetz. Abweichungen von +/- 2 cm sind ok.
  4. Das Steigungsverhältnis beschreibt das Verhältnis von Steigung zu Auftritt und bestimmt wie steil die Treppe ist. Es wird oft als Bruch dargestellt: Steigung/Auftritt. Beispiel: 18/27 bedeutet 18 cm Steigung bei 27 cm Auftritt. Das Steigungsverhältnis lässt sich auch als Winkel ausdrücken. Eine Treppe mit 18/27 hat einen Steigungswinkel von etwa 34 Grad. Je größer die Steigung im Verhältnis zum Auftritt, desto steiler die Treppe. Übliche Steigungsverhältnisse: 17/29 (flach, 30 Grad) – sehr bequem, für öffentliche Gebäude. 18/27 (normal, 34 Grad) – Standard für Wohntreppen. 19/25 (steiler, 37 Grad) – für Kellertreppen akzeptabel. 21/23 (steil, 42 Grad) – Grenze zum unbequemen Bereich. 23/20 (sehr steil, 49 Grad) – nur für Raumspartreppen. Das Steigungsverhältnis hilft bei der Planung: Wenn du den verfügbaren Platz kennst kannst du daraus ableiten wie steil die Treppe werden muss.
  5. Die Stufenanzahl ergibt sich aus dem Höhenunterschied geteilt durch die Steigung. Beispiel: Du hast einen Höhenunterschied von 270 cm (vom Erdgeschoss zum Obergeschoss). Bei einer Steigung von 18 cm brauchst du: 270 / 18 = 15 Stufen. Die Gesamtlänge der Treppe ergibt sich aus Stufenanzahl x Auftritt. Bei 15 Stufen und 27 cm Auftritt: 15 x 27 = 405 cm = 4,05 m. Das ist die Grundfläche die die Treppe einnimmt. Wichtig: Wenn die Rechnung nicht aufgeht (z.B. 270 / 18 = 15,5) musst du die Steigung anpassen. Du kannst nicht eine halbe Stufe bauen! Entweder 15 Stufen mit 18 cm oder 16 Stufen mit 16,9 cm Steigung. In der Praxis passt man die Steigung leicht an damit eine ganze Stufenzahl rauskommt. Kleine Abweichungen (17,8 cm statt 18 cm) fallen nicht auf und sind völlig in Ordnung. Hauptsache alle Stufen sind gleich hoch – unterschiedliche Steigungen innerhalb einer Treppe sind gefährlich (Stolperfalle)!
  6. Die Laufbreite ist die nutzbare Breite der Treppe – gemessen zwischen den Geländern oder zwischen Wand und Geländer. Die Mindest-Laufbreite für Wohntreppen liegt meist bei 80 cm. Das ist eng – zwei Personen können nicht aneinander vorbeigehen. Komfortabler sind 90-100 cm Laufbreite. Ab 100 cm können zwei Personen bequem aneinander vorbei. Für Möbeltransport sind 100 cm deutlich praktischer als 80 cm. Bei Treppen mit Richtungsänderung (L-Treppe, U-Treppe) sollte die Laufbreite im Bereich der Kurve nicht schmaler werden. Sonst entsteht ein Engpass. Die Laufbreite beeinflusst auch die Kosten: Eine 100 cm breite Treppe braucht 25% mehr Material als eine 80 cm breite Treppe. Bei Platzmangel ist 80 cm ok, wenn es geht nimm 90-100 cm. Die Investition lohnt sich jeden Tag.
  7. Die Kopfhöhe (auch lichte Höhe genannt) ist der vertikale Abstand zwischen Stufenvorderkante und der Decke darüber. Wenn die Treppe unter einer schrägen Decke oder unter einem Durchgang verläuft wird die Kopfhöhe nach oben hin kleiner. Mindest-Kopfhöhe sollte 200 cm sein – besser 210 cm. Bei 190 cm muss man sich schon leicht bücken, bei 180 cm wird es kritisch. Zu geringe Kopfhöhe ist nicht nur unangenehm sondern auch gefährlich – man schlägt sich den Kopf an. Die Kopfhöhe wird an der ungünstigsten Stelle gemessen – also dort wo die Decke am niedrigsten ist. Bei Treppen zum Dachboden ist die Kopfhöhe oft das Problem: Die Dachschräge lässt nicht genug Platz. Lösung: Die Treppe weiter nach vorn versetzen oder eine steilere Treppe bauen (dann braucht sie weniger Länge). In Notfällen kann man die Decke aufschneiden um mehr Kopfhöhe zu gewinnen – aber das ist aufwändig.
  8. Das Schrittmaß ist die Summe aus dem doppelten der Steigung plus dem Auftritt – also genau die Schrittmaßformel. Ein Schrittmaß von 63 cm gilt als ideal. Liegt das Schrittmaß zwischen 61 und 65 cm ist die Treppe bequem. Schrittmaße unter 59 cm oder über 67 cm fühlen sich unnatürlich an. Das Schrittmaß hilft bei der Beurteilung einer Treppe: Messe eine Stufe (Steigung und Auftritt) und rechne das Schrittmaß aus. Liegt es im Komfortbereich (61-65 cm) ist die Treppe gut geplant. Liegt es außerhalb solltest du die Maße überdenken. Beispiel: Eine Treppe mit 20 cm Steigung und 20 cm Auftritt: 2 x 20 + 20 = 60 cm. Das ist grenzwertig – die Treppe ist sehr steil und der Auftritt zu klein. Besser wäre 20 cm Steigung und 23 cm Auftritt: 2 x 20 + 23 = 63 cm. Perfekt! Mit dem Schrittmaß kannst du auch verschiedene Treppenplanungen vergleichen und die bequemste Variante auswählen.
  9. Die Steigungslinie ist die imaginäre Linie die durch die Stufenvorderkanten verläuft. Bei einer geraden Treppe ist die Steigungslinie eine gerade Linie vom Treppenfuß bis zur Treppenkopf. Der Winkel dieser Linie zur Horizontalen ist der Steigungswinkel. Für Wohntreppen liegt der ideale Steigungswinkel zwischen 30 und 38 Grad. Unter 30 Grad ist die Treppe sehr flach (mehr Rampe als Treppe), über 40 Grad wird sie steil und unbequem. Bei 45 Grad ist es schon fast eine Leiter. Treppen über 50 Grad gelten als Raumspartreppen und sind nur für selten genutzte Verbindungen zulässig. Der Steigungswinkel lässt sich aus Steigung und Auftritt berechnen: tan(Winkel) = Steigung / Auftritt. Beispiel: 18 cm Steigung und 27 cm Auftritt: tan(Winkel) = 18/27 = 0,667. Der Winkel ist also arctan(0,667) = 33,7 Grad. Das ist im idealen Bereich. Mit einem Winkelmesser oder einer Smartphone-App kannst du den Steigungswinkel auch direkt an der Treppe messen.
  10. Die Stufenbreite ist nicht dasselbe wie die Laufbreite! Die Stufenbreite ist die tatsächliche Breite der Stufe (z.B. 100 cm), während die Laufbreite die nutzbare Breite zwischen den Geländern ist (z.B. 90 cm bei 5 cm dicken Geländerpfosten auf jeder Seite). Bei freitragenden Treppen ohne Geländerpfosten sind Stufenbreite und Laufbreite identisch. Die Stufenbreite beeinflusst die Materialkosten: Breitere Stufen brauchen mehr Holz oder Beton. Bei Holztreppen sind Stufen bis 120 cm Breite üblich und unkritisch. Darüber braucht man dickere Stufen oder eine Mittelstütze damit die Stufen nicht durchbiegen. Bei Betontreppen spielt die Breite eine geringere Rolle – Beton ist steif genug auch für breite Stufen. Wichtig: Alle Stufen müssen die gleiche Breite haben! Eine Treppe die oben breiter ist als unten wirkt schief und ist verwirrend beim Begehen.
  11. Die Podesthöhe bei Treppen mit Zwischenpodest sollte idealerweise bei etwa der Hälfte des Gesamthöhenunterschieds liegen. Beispiel: Bei 270 cm Geschosshöhe sollte das Podest bei 135 cm liegen. So wird die Treppe in zwei gleich lange Läufe geteilt. Die Podestfläche selbst sollte mindestens so groß sein wie die Laufbreite der Treppe. Bei einer 90 cm breiten Treppe also mindestens 90 x 90 cm. Besser sind 100 x 100 cm oder größer – das gibt mehr Bewegungsfreiheit im Podest. Ein zu kleines Podest fühlt sich beengt an. Die Podesthöhe beeinflusst auch die Anzahl der Stufen pro Lauf. Bei einer Geschosshöhe von 270 cm und Podest bei 135 cm hat jeder Lauf eine Höhe von 135 cm. Mit 18 cm Steigung: 135 / 18 = 7,5 Stufen. Das geht nicht auf – also entweder 7 oder 8 Stufen pro Lauf. Mit 8 Stufen pro Lauf: 16 Stufen gesamt, also 270 / 16 = 16,875 cm Steigung. Perfekt!
  12. Die Unterschneidung ist der Überstand der oberen Stufe über die untere Stufe. Bei vielen Treppen ragt die Stufenvorderkante (die Nase) 2-4 cm über die Setzstufe darunter. Diese Unterschneidung vergrößert den effektiven Auftritt optisch und gibt dem Fuß mehr Platz. Wichtig: Die Unterschneidung wird NICHT zum Auftritt dazugerechnet! Der Auftritt wird von Nase zu Nase gemessen. Die Unterschneidung ist ein kosmetisches Detail das die Treppe eleganter aussehen lässt. Zu viel Unterschneidung (über 5 cm) ist allerdings eine Stolpergefahr – besonders beim Heruntergehen kann man mit der Fußspitze an der Nase hängen bleiben. Moderne minimalistische Treppen haben oft gar keine Unterschneidung – die Stufen sind bündig übereinander. Das sieht clean aus, reduziert aber den gefühlten Auftritt.

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