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Wand mit Kalk- oder Lehmfarbe streichen

Kalk- und Lehmfarben erleben eine Renaissance im nachhaltigen Bauen und Renovieren. Diese traditionellen Naturfarben bieten einzigartige Vorteile die moderne Dispersionsfarben nicht erreichen: Sie sind diffusionsoffen (lassen Wasserdampf durch), regulieren die Luftfeuchtigkeit natürlich, binden Schadstoffe aus der Raumluft und wirken durch ihren alkalischen pH-Wert (bei Kalkfarbe) oder durch ihre Kapillarstruktur (bei Lehmfarbe) schimmelvorbeugend. Der größte optische Unterschied zu Dispersionsfarbe: Kalk- und Lehmfarben haben eine matte pudrige Oberfläche mit leichter Struktur - keine glatte Plastik-Optik. Die Farbtiefe ist sanft und natürlich. Kalkfarbe hat einen hohen pH-Wert (stark alkalisch) und wirkt dadurch desinfizierend - ideal für Feuchträume. Sie härtet durch Carbonatisierung aus (Reaktion mit CO2 aus der Luft) und wird dadurch mit der Zeit immer fester. Lehmfarbe ist milder für Allergiker, speichert Wärme und bindet Gerüche besonders gut. Beide Farben brauchen mineralischen Untergrund: Kalkputz Lehmputz Zementputz oder grundiertes Mauerwerk. Auf Gipskarton oder Tapeten haften sie nicht dauerhaft. Die Verarbeitung unterscheidet sich von Dispersionsfarbe: Kalk- und Lehmfarben sind dünnflüssiger, spritzen mehr und brauchen oft drei Anstriche für volle Deckung. Dafür ist das Ergebnis einzigartig: Eine atmungsaktive wohngesunde Wandoberfläche mit natürlichem Charakter. Dieser Ratgeber zeigt dir worauf es beim Streichen mit diesen besonderen Naturfarben ankommt.

Anleitung

  1. Wähle zwischen Kalkfarbe und Lehmfarbe. Kalkfarbe: Stark alkalisch (pH 12-13), wirkt desinfizierend und schimmelhemmend, ideal für Feuchträume (Bad Keller), sehr hell und leuchtend, härtet durch Carbonatisierung. Lehmfarbe: Neutral (pH 7-8), besser für Allergiker, reguliert Feuchtigkeit stärker, wärmere Erdtöne möglich, bleibt leicht löslich. Beide sind diffusionsoffen und wohngesund. Für Feuchträume: Kalk. Für Allergiker und Wohnräume: Lehm. Beides sind Naturprodukte ohne Kunststoff-Bindemittel!
  2. Prüfe den Untergrund auf Eignung. Kalk- und Lehmfarben brauchen mineralischen saugfähigen Untergrund! Geeignet: Kalkputz Lehmputz Zementputz mineralische Steine. Ungeeignet: Gipskarton Tapeten Dispersionsfarbe Kunststoff-Beschichtungen. Prüfe mit Spritzwassertest: Sprühe Wasser auf die Wand - wenn es einzieht (nicht abperlt) ist der Untergrund geeignet. Bei Gipskarton oder alter Dispersionsfarbe: Mit mineralischer Grundierung vorbehandeln oder gar nicht streichen!
  3. Bereite die Wand sorgfältig vor. Alte Tapeten komplett entfernen. Lose Putzstellen abklopfen und neu verputzen. Risse und Löcher mit Kalk- oder Lehmputz ausspachteln (nicht Gipsspachtel!). Oberfläche leicht anschleifen für bessere Haftung. Staub gründlich absaugen und mit feuchtem Tuch abwischen. Bei stark saugenden Untergründen oder Altputz: Mit mineralischer Grundierung (Tiefengrund auf Wasserglas-Basis) vorstreichen und 12 Stunden trocknen lassen.
  4. Mische die Farbe richtig an. Kalkfarbe kommt oft als Pulver oder Paste und muss mit Wasser angemischt werden - Herstellerangaben genau befolgen! Rühre intensiv mit Rührgerät bis keine Klumpen mehr da sind. Die Konsistenz sollte wie dünne Milch sein - deutlich flüssiger als Dispersionsfarbe. Lehmfarbe ist meist gebrauchsfertig kommt aber oft sehr dick - verdünne mit 10-20 Prozent Wasser für bessere Verarbeitung. Lasse angemischte Farbe 10 Minuten quellen dann nochmal aufrühren!
  5. Schütze dich und den Raum. Kalkfarbe ist ätzend! Trage lange Kleidung Schutzbrille und Handschuhe. Bei Hautkontakt sofort mit viel Wasser abspülen. Lehmfarbe ist ungefährlich. Beide Farben spritzen stark weil sie dünnflüssig sind - decke Boden und Möbel großzügig ab. Klebe Decke Fußleisten Fenster mit Malerkrepp ab. Öffne Fenster für gute Durchlüftung - nicht wegen Dämpfen (die gibt es nicht) sondern damit die Farbe gut trocknen kann.
  6. Trage den ersten Anstrich auf. Verwende eine Farbrolle mit langem Flor (12-18 mm) - Kalk- und Lehmfarben brauchen mehr Farbe als Dispersionsfarbe. Tauche die Rolle gut ein (diese Farben sind dünnflüssig und tropfen nicht so leicht). Streiche mit kreuzenden Bewegungen: Erst vertikal dann horizontal. Der erste Anstrich deckt schlecht - das ist normal! Kalk- und Lehmfarben sind transparent und brauchen 2-3 Anstriche. Arbeite zügig und gleichmäßig. Ecken und Kanten mit Pinsel vorstreichen.
  7. Lasse den ersten Anstrich gründlich trocknen. Kalkfarbe trocknet langsam - rechne mit 12-24 Stunden bis zur Überstreichbarkeit (je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur). Lehmfarbe trocknet schneller (4-8 Stunden). Wichtig: Gut lüften während des Trocknens aber keinen Durchzug erzeugen. Die Farbe muss gleichmäßig trocknen sonst entstehen Flecken. Bei Kalkfarbe: Nicht im direkten Sonnenlicht trocknen lassen - das kann zu Rissen führen!
  8. Trage den zweiten Anstrich auf. Nach vollständiger Trocknung des ersten Anstrichs: Rühre die Farbe nochmal gut auf (bei längerem Stehen setzen sich Pigmente ab). Der zweite Anstrich wird genauso aufgetragen wie der erste - wieder mit kreuzenden Bewegungen. Jetzt beginnt die Deckkraft sich aufzubauen. Nach dem zweiten Anstrich siehst du schon deutlich wie die Farbe werden wird - aber oft ist noch ein dritter Anstrich nötig für gleichmäßige Deckung.
  9. Prüfe ob ein dritter Anstrich nötig ist. Nach dem Trocknen des zweiten Anstrichs: Betrachte die Wand bei Tageslicht aus verschiedenen Winkeln. Sind noch Flecken oder transparente Stellen sichtbar? Dann ist ein dritter Anstrich nötig. Das ist bei Kalk- und Lehmfarben oft der Fall - vor allem bei dunklen Farbtönen oder wenn du über alten Putz streichst. Der dritte Anstrich wird dünn aufgetragen - nur noch zum Vereinheitlichen. Jetzt entsteht die charakteristische matte pudrige Oberfläche!
  10. Entferne das Malerkrepp zur richtigen Zeit. Bei Kalk- und Lehmfarben das Krepp IMMER abziehen solange die Farbe noch leicht feucht ist (nach 30-60 Minuten). Diese Farben werden sehr hart beim Trocknen - wenn du zu spät abziehst reißt die Farbe mit dem Krepp ab und du hast unsaubere Kanten. Ziehe langsam in flachem Winkel. Kleine Kanten-Ausrisse später mit Pinsel nachbessern.
  11. Lasse die Farbe vollständig aushärten. Kalkfarbe carbonatisiert über Wochen durch Reaktion mit CO2 aus der Luft - sie wird dadurch immer härter und widerstandsfähiger. Die Vollhärtung dauert 2-4 Wochen. Lehmfarbe ist nach 3-5 Tagen voll durchgetrocknet. Beide Farben entwickeln ihre endgültige Farbtiefe erst nach dem Aushärten - Kalkfarbe wird dabei oft etwas heller Lehmfarbe etwas matter. Warte mit dem Möbelstellen mindestens 1 Woche!
  12. Pflege die Wand richtig. Kalk- und Lehmfarben sind scheuerempfindlich - nicht fest schrubben! Für normale Reinigung: Mit leicht feuchtem Schwamm abwischen genügt. Bei Flecken: Vorsichtig mit wenig Wasser tupfen. Keine aggressiven Reiniger verwenden. Der große Vorteil: Bei Beschädigungen einfach nachstreichen - die neue Farbe verbindet sich nahtlos mit der alten. Ausgebesserte Stellen fallen nicht auf. Kalkfarbe desinfiziert sich selbst - Schimmelbildung ist extrem selten!

Werkzeuge

  • Farbrolle
  • Pinsel
  • Farbwanne
  • Rührstab
  • Eimer
  • Zollstock
  • Schwamm
  • Schleifpapier

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